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Notizen

JEN Funerary Soul Vessel

Ein kugelförmiges Terrakotta-Gefäß (12.-18. Jh., 35 cm) aus dem Jen von Nigeria, das mit spitzen, erhabenen Stacheln besetzt ist und einen stark stilisierten Tierkopf mit offenem Mund und zwei hervorstehende röhrenförmige Ausgüsse aufweist. Der dunkle Ton ist stark verwittert, tief entkernt und mit blasser, verkalkter Erde verkrustet.

1. Die aggressive Ästhetik des Benue-Tals

Das Volk der Jen (oder Janjo), das in der komplexen kulturellen Matrix des Benue-Tals beheimatet ist, weist eine stilistische Verwandtschaft mit der Cross River-Keramik auf.

  • Handhabungsfeindliche Oberfläche: Der gesamte Körper ist mit scharfen, erhabenen Stacheln (Bossen) bedeckt - eine bewusst "handhabungsfeindliche" Ästhetik.
  • Visuelle Gefahr: Das Gefäß scheint gefährlich zu sein, wenn man es berührt, und spiegelt damit die mächtigen, unantastbaren spirituellen Kräfte wider, die darin enthalten sind.

2. Gefäße für die Seele der Vorfahren

Dies sind spezielle "Seelengefäße" - physische, irdische Behausungen für die zurückkehrenden Geister verstorbener Familienmitglieder.

  • Atmungstüllen: Der offene, keuchende Mund des zoomorphen Kopfes und die beiden Tüllen sind funktional und ermöglichen der gefangenen Seele das "Atmen"
  • Nährende Gaben: Lebende Nachkommen gießen flüssige Gaben (Bier oder Blut) direkt in den Bauch des Gefäßes, um den Ahnen darin kontinuierlich zu nähren.

3. Unterirdische Verkalkung und Altertum

Der materielle Zustand spricht für eine Datierung in das 12. bis 18. Jahrhundert.

  • jahrhundert. Schmelzende nigerianische Erde: Jahrhunderte des Vergrabens oder des Ausgesetztseins in Ahnenschreinen haben die Terrakotta tief verkalkt - blasse, gehärtete nigerianische Erde ist in den tiefen Spalten zwischen den Stacheln und um die Ausgüsse herum dauerhaft eingeschmolzen.
  • Irreversible Mineral Kruste: Diese dicke natürliche mineralische Kruste gilt als Indikator für ein hohes archäologisches Alter.

Zusammenfassung

Dieses Jen-Seele-Gefäß zeigt eine kraftvolle Ästhetik und ist ein bemerkenswertes Beispiel der Keramikgestaltung aus dem Benue-Tal. Seine komplexe, spitz zulaufende Oberfläche und die ausgeprägte archäologische Verkalkung unterstreichen seine historische Bedeutung.