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Notizen

SENUFO Kpelie Gesichtsmaske (Poro Society, mit figurativem Wappen)

Diese fein geschnitzte Gesichtsmaske aus Holz zeigt ein elegantes, längliches Gesicht, das von geometrischen "Flügeln" oder Flanschen umgeben ist und von einer sitzenden menschlichen Figur gekrönt wird. Das dunkle, polierte Holz wird umrahmt von Resten eines alten, groben Sackleinen- und Raphiabandes, das am Rand befestigt ist.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Diese Maske ist ein typisches Beispiel für die Senufo Kpelie (oder Kodoli-yehe). Die Ästhetik beruht auf einem harmonischen, zarten Gleichgewicht, das in scharfem Kontrast zu den furchterregenden, zoomorphen "Feuerspucker"-Masken der gleichen Region steht. Das ruhige, schmale Gesicht wird von strahlenden geometrischen Formen eingerahmt, die die Flügel des Nashornvogels und die Ohren/Hörner eines Opferbocks darstellen. Die Hinzufügung der sitzenden Figur auf der Oberseite - die wahrscheinlich einen bestimmten Vorfahren oder die Urmutter darstellt - verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und zeigt das außergewöhnliche Können der Kulebele-Schnitzerkaste.

2. Rituelle Funktion und Geheimbundkontext

Kpelie-Masken sind von zentraler Bedeutung für die Poro-Geheimgesellschaft, die wichtigste Institution des sozialen und politischen Lebens der Senufo. Die Maske wird von männlichen Eingeweihten bei den Beerdigungsriten der Ältesten der Gesellschaft getanzt und stellt eine idealisierte Vorstellung von weiblicher Schönheit und geistiger Anmut dar. Der Tänzer trägt ein Ganzkörperkostüm, um seine menschliche Gestalt vollständig zu verbergen und den Geist des Verstorbenen aus dem Dorf in das Reich der Ahnen zu geleiten, damit das spirituelle Gleichgewicht der Gemeinschaft gewahrt bleibt.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die Oberflächenbeschaffenheit dieser Maske bestätigt ihre äußerst aktive, authentische zeremonielle Verwendung. Die dunkle, glänzende Oberfläche der markanten Gesichtszüge (Nase, Lippen und Augenbrauen) ist eine tiefgreifende Reibungspatina, die durch jahrzehntelange Handhabung und Salbung mit Palmöl entstanden ist. Entscheidend ist das Überleben der ursprünglichen Sackleinen und Faserbefestigungen um den Rand herum - die stark ausgetrocknet, brüchig und verdunkelt sind -, die eine untrügliche Zeitlinie ihrer Herkunft aus dem frühen 20.

Zusammenfassung

Diese Senufo-Kpelie ist ein Meisterwerk westafrikanischer formaler Ausgewogenheit und idealisierter Porträtkunst. Die exquisite Integration der sitzenden Figur und die unbestreitbare, von der Handhabung abgenutzte Patina machen sie zu einem hochgeschätzten, museumsreifen Artefakt der Poro-Gesellschaft.

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