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Notizen

YAURE Crested Funerary Mask (Yu Society, 40 cm)

Eine äußerst raffinierte hölzerne Gesichtsmaske mit einem schlanken, länglichen Gesicht, halbkreisförmig gewölbten Augenbrauen und einem ausgeprägten Zickzack-Rand. Sie wird gekrönt von einem spektakulären Kamm aus sieben hohen, spitzen, hornartigen Stacheln mit Resten von weißem Kaolinpigment.

1. Ästhetischer Stil und regionale Merkmale

Die Yaure (oder Yohoure), Nachbarn der Baule und Guro, haben eine ganz eigene Ästhetik entwickelt, die die raffinierte Eleganz der Baule-Porträts aufgreift, aber durch komplexe, kunstvolle Aufbauten ergänzt. Diese Maske zeichnet sich durch das scharfe, rhythmische Zickzack-Muster aus, das das Gesicht einrahmt, sowie durch den atemberaubenden, kammartigen Kamm mit sieben aufragenden Zacken. Dieser komplizierte architektonische Rahmen unterstreicht die übernatürliche Natur des Geistes, den sie darstellt. Die Yaure nehmen in der ivorischen Maskenlandschaft eine Übergangsposition zwischen Baule und Guro ein, indem sie auf beide Traditionen zurückgreifen und gleichzeitig ihr eigenes Kammformat entwickeln.

2. Rituelle Funktion und die Yu-Gesellschaft

Yaure-Masken dieses Kalibers gehören zu den Yu- (oder Je-) Gesellschaften. Sie stellen lo (mächtige Buschgeister) dar und werden bei Beerdigungen getanzt, um das durch den Tod verursachte kosmische Ungleichgewicht wiederherzustellen und das Dorf von geistiger Verschmutzung zu reinigen. Da diese Geister als äußerst mächtig und potenziell gefährlich gelten, ist es Frauen strengstens untersagt, die Masken während der Aufführungen zu betrachten. Das geschlechtsspezifische Verbot ist von institutioneller Bedeutung - es verstärkt die ausschließlich männliche Struktur der Yu-Gesellschaft und schafft eine parallele Ausschlusszone für die Dauer jeder Aufführung.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die dunkle, stark oxidierte Oberfläche des Holzes steht in schönem Kontrast zu dem stark verblassten, krustigen weißen Kaolin, das in die Vertiefungen des Wappens und des Zickzack-Randes eingearbeitet ist. Dieser weiße Ton ist wesentlich für die Verbindung des Objekts mit dem Reich der Ahnen. Die Abnutzungserscheinungen an den Spitzen der sieben Stacheln und der glatte, abgeriebene Innenrand der Maske zeugen von ihrer strengen, aktiven Verwendung bei Reinigungsmaskeraden im frühen 20.

Zusammenfassung

Eine spektakuläre Yaure-Maske, die ein meisterhaftes Gleichgewicht zwischen zarter, idealisierter Gesichtsschnitzerei und einem hoch aufragenden, aggressiven architektonischen Wappen schafft. Die verblasste, authentische Kaolinpigmentierung und die tiefe Patina machen sie zu einem der bedeutendsten Artefakte der Maskenkunst der Elfenbeinküste.

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