Fondom (Aghem-Häuptlingseinheit)
Die territorial definierte Häuptlingspolizei der kamerunischen Grasländer, an deren Spitze ein heiliger Häuptling (*fon*) steht und innerhalb derer die Hofkunst produziert und kontrolliert wird.
Ein fondom ist die grundlegende politische und rituelle Einheit der kamerunischen Grasländer: ein abgegrenztes Territorium, das von einem erblichen, heiligen Häuptling, dem fon, regiert wird, dessen Autorität durch Ahnenkult, Maskerade und den Besitz von Prestige-Regalien legitimiert wird. Das fondom von Aghem, dessen Zentrum in Wum in der Menchum-Division liegt, ist ein Knotenpunkt innerhalb eines Netzwerks von mehreren hundert solcher Häuptlingstümer, die von Wissenschaftlern wie Tamara Northern als kohärente kulturelle Sphäre betrachtet werden.
Innerhalb des Fondom wurde die Herstellung und Verbreitung bedeutender Kunstobjekte - Helmmasken, Perlenhocker, Prestigefiguren, Gedenkterrakotten - vom Hof und von nachgeordneten Institutionen wie der Regulierungsgesellschaft geregelt. Objekte, die innerhalb dieses Systems hergestellt wurden, tragen eine institutionelle Biografie, die für ihre Funktion, Ikonografie und ihren Zustand unmittelbar relevant ist. Stücke, die aus ihrem Fondom-Kontext herausgelöst wurden und in den westlichen Kunstmarkt gelangten, haben diese Biografie oft verloren, so dass eine strenge sammlungsgeschichtliche Dokumentation für eine genaue Zuschreibung und Bewertung entscheidend ist.