SammlungAfrikanische Kunstsammlung
Methodik & Ethik

Wie wir arbeiten, und wofür wir Rechenschaft ablegen.

Was dieses Archiv strukturell ist

African Archive ist per Definition der digitale Katalog einer privaten westlichen Sammlung afrikanischer Kunst. Die zeitgenössische Forschungsdebatte — insbesondere in Nigeria, Mali, Kamerun und in der afrikanischen Digital-Heritage-Community — hat private westliche Sammlungen als den strukturellen blinden Fleck der Post-Sarr-Savoy-Restitutionsdiskussion identifiziert. Diese Seite leugnet diese Einordnung nicht. Sie dokumentiert die methodischen Verpflichtungen, die aus ihrer Annahme folgen.

Standards, an denen wir uns ausrichten

Die Dokumentationsmethodik dieses Archivs ist an vier Bezugsrahmen verankert:

  • Die ACASA Best Practice Guidelines (Arts Council of the African Studies Association, August 2024) für Provenienzforschung und Restitution afrikanischer Kunst — insbesondere die Prinzipien der Free, Prior, and Informed Consent und der radikalen Transparenz über Wissenslücken.
  • Der IEEE-2890-2025-Standard zur Provenienz indigener Daten, geführt von der Global Indigenous Data Alliance — technische Spezifikationen für manipulationssichere Provenienz, Nachnutzungs-Einschränkungen und maschinen-verifizierbare Zustimmung.
  • Die Open Restitution Africa (ORA) Datenplattform (März 2026), gegründet von Chao Tayiana Maina und Molemo Moiloa — afrikanische Datensouveränität als politisches Prinzip und operative Praxis.
  • Das architektonische Vorbild des MOWAA Digital Heritage Lab (Museum of West African Art, Benin City, 2025–2026) — afrikanisch geführte, afrikanisch gehostete digitale Dokumentation.

Konzepte, mit denen wir arbeiten

Spirituelle Provenienz (Peju Layiwola): die zeremonielle Biografie des Objekts — welche Riten haben es geweiht, welche Ahnen oder Gottheiten wurden angesprochen, welche kosmische oder soziale Rolle spielte es vor der kolonialen Extraktion. Wir laden Beiträge der Herkunftsgemeinschaften ausdrücklich zu dieser Dokumentationsebene ein.

Epistemische Reparatur: Hauptbeschreibungen in diesem Katalog verwenden indigene Originalbegriffe (z. B. nkisi, byeri, kanaga, oba) als Primärlabel. Kolonialzeitliche Termini wie „Fetisch" erscheinen ausschließlich als historisches Zitat, niemals als primäre Bezeichnung.

Datensouveränität: Die CARE-Prinzipien — Collective Benefit, Authority to Control, Responsibility, Ethics — leiten unseren Umgang mit Daten zu kulturell bedeutsamen Objekten.

Ethik der Fürsorge (Temi Odumosu): Sensibles Material — identifizierbare Personen, royal-restricted Objekte, Post-Restitutionsfälle, fotografische Aufzeichnungen kolonialer Extraktionsereignisse — wird vor der Veröffentlichung geprüft, nicht standardmäßig publiziert.

Datensouveränitäts-Erklärung

Server-Standort
Europäische Union, Edge Frankfurt (Vercel-Hosting).
Master-Datei-Kontrolle
Sammlungseigentümer. Für dieses Archiv beauftragte Fotografien sind alle Rechte vorbehalten.
Freigabe-Verfahren
Owner-Zustimmung erforderlich für jede Drittweitergabe hochauflösender Bilddateien.
Community-Takedown-Policy
Vertreter:innen der Herkunftsgemeinschaften können Einschränkung, Entfernung oder Community-Kuration jedes Objekt-Datensatzes über die Kontaktadresse auf der Über-Seite anfragen. Wir bestätigen innerhalb von 14 Tagen und treten in Dialog. Bei legitimer Restitutionsforderung wird der digitale Eintrag bis zur Klärung gesperrt.
Generative-KI-Policy
Dieses Archiv richtet seine Veröffentlichungspraxis an Prinzipien indigener Datensouveränität aus. Maschinenlesbare Spezialfelder zur Datensouveränität werden erst veröffentlicht, wenn die Schema-Policy stabil ist. KI-Trainings-Pipelines werden gebeten, rituelle oder sakrale Objektinhalte aus diesem Archiv nicht aufzunehmen.

Lizenzierung

Die Fotografien in diesem Archiv wurden speziell für den Sammlungseigentümer beauftragt. Für Bilder sind alle Rechte vorbehalten — keine Drittnutzung, keine Wikimedia-Commons-Distribution.

Textinhalte unter africanarchive.org sind original oder paraphrasiert mit inline zitierten Quellen. Textzitate sind unter CC-BY-SA 4.0 mit Quellenangabe willkommen.

Provenienz-Protokoll v1

Ein 19-Datenpunkt-Rahmenwerk zur Dokumentation der Provenienz — zwölf technische Felder plus sieben Stewardship-Felder aus der afrikanischen Forschungsdebatte — wurde entworfen und steht zur Community-Begutachtung offen. Aktuelle Fassung: provenance-protocol-whitepaper-v1 (publiziert Mai 2026). Pro-Objekt-Provenienzdaten werden sukzessive ergänzt, sobald die physischen Aufzeichnungen des Sammlers transkribiert sind.

Korrekturen und Kontakt

Fehler liegen bei uns. Korrekturen, wissenschaftliche Hinweise, restitutionsrelevante Kontaktaufnahme aus Herkunftsgemeinschaften und Bibliotheks-Aufnahme-Anfragen sind alle willkommen an der Adresse auf der Über-Seite. Wir listen unsere anerkannten Grenzen offen — und erwarten, dass diese Methodik-Seite aktualisiert wird, sobald sich die zugrundeliegenden Standards und Community-Anleitungen weiterentwickeln.