Abrammuo (Goldgewichte)
Gegengewichte aus gegossenem Messing, die in allen Akan-Gesellschaften zum Abmessen von Goldstaub im Handel verwendet wurden und etwa ab dem fünfzehnten Jahrhundert bis etwa 1900 im Wachsausschmelzverfahren hergestellt wurden.
Abrammuo (Einzahl mramuo) sind die Messinggegengewichte des Goldstaub-Wiegesystems der Akan, die von spezialisierten Schmieden im Wachsausschmelzverfahren (cire perdue) gegossen werden. Sie reichen von kleinen geometrischen Formen - Scheiben, Spiralen, Kreuzen, Zylindern - bis hin zu figurativen Stücken mit Sprichwörtern, Hofszenen und kosmologischen Bezügen. Timothy Garrard hat in seinen grundlegenden Forschungsarbeiten eine typologische und chronologische Abfolge erstellt, die auf wechselnden Gewichtsstandards und Legierungszusammensetzungen beruht und zeigt, dass das System auf die aufeinanderfolgenden Handelsbeziehungen mit nordafrikanischen Partnern in der Sahara und - ab dem 16.
Die figurativen Gewichte gehören zu den am besten dokumentierten Beispielen einer auf Sprichwörtern basierenden Ikonographie in der afrikanischen Kunst: Jeder erkennbare Typ entspricht einem bestimmten Sprichwort (ebe), und der Wiegevorgang selbst war Anlass für einen moralischen Kommentar. Die Produktion von Handelsgewichten wurde um 1900 nach der Einführung der britischen Währung eingestellt; im 20. Jahrhundert wurden in großem Umfang Imitationen für den Verkauf an Touristen hergestellt, was die Authentifizierung zu einer der zentralen Herausforderungen beim Sammeln dieser Kategorie macht. Nach Garrard und Doran Ross ist man sich in der Wissenschaft einig, dass das spezifische Gewicht, die Oberflächenbeschaffenheit und die Übereinstimmung mit dokumentierten Gewichtsnormen die zuverlässigsten Kriterien sind.