Asafo (militärisches Unternehmen)
Eine patrilinear rekrutierte zivile und militärische Vereinigung innerhalb der Fante-Städte, die sich durch eigene Fahnen, Schreinposten, Farben und heraldische Sprichwort-Embleme auszeichnet.
Das asafo-System ist eine der am besten institutionalisierten Formen altersmäßiger und militärischer Organisation in Westafrika, die vor allem bei den Fante an der Küste anzutreffen ist und in verwandten Formen auch bei anderen Akan-Gruppen dokumentiert ist. Jede Fante-Stadt ist zwischen konkurrierenden, nummerierten Kompanien aufgeteilt, die historisch gesehen für die Verteidigung, den kommunalen Aufbau und zivile Zeremonien zuständig sind und über die patrilineare Linie rekrutiert werden. Die Rivalität zwischen den Kompanien drückt sich in Liedern, verbaler Kunst und vor allem in der materiellen Kultur aus: Jede Kompanie unterhält eine eigene Flagge (frankaa), einen ständigen Schrein (posuban), Insignien und ein Repertoire an Sprichwort-Emblemen, die den Anspruch der Kompanie auf Überlegenheit gegenüber ihren Nachbarn verdeutlichen.
Doran H. Ross' grundlegende Studie Asafo! African Flags of the Fante (1979) stellte fest, dass die Kompanien funktionierende soziale Körper bleiben, deren künstlerische Produktion untrennbar mit dem ständigen Wettbewerb zwischen den Kompanien verbunden ist. Der Begriff asafo leitet sich von den Akan-Wörtern sa (Krieg) und fo (Volk) ab, aber die heutige Rolle der Kompanien ist in erster Linie zeremoniell und zivil und nicht militärisch. Für Sammler bildet das asafo-System den wesentlichen Interpretationsrahmen für Fante-Fahnen und Schrein-Skulpturen: Objekte, die aus diesem institutionellen Kontext herausgelöst werden, verlieren ihre primäre Bedeutung als Argumente in einem ständigen Konkurrenzkampf.