Babungo-Eisenverarbeitung (Tradition der Eisenverhüttung in Grassfields)
Die dokumentierte Tradition des Eisenschmelzens und -schmiedens konzentrierte sich auf den Babungo-Fondom, der historisch gesehen der Hauptlieferant von Prestigeobjekten aus Eisen in den kamerunischen Grasländern war.
Die Eisenverarbeitung in Babungo ist keine volkstümliche Bezeichnung, sondern eine archäometallurgisch belegte Tradition: Ausgrabungs- und Vermessungsarbeiten in der Ndop-Ebene haben bestätigt, dass der Fondom über einen längeren Zeitraum das bedeutendste Zentrum der Eisenverhüttung und -schmiedekunst in den kamerunischen Grasländern war. Die Schmiede von Babungo stellten eine Reihe von Gegenständen her, die in die regionale Prestigeökonomie einflossen - mehrzackige Währungshacken (nkap), Eisenglocken, Zeremonialklingen und Endstücke für Häuptlingsstäbe - und die über Geschenkaustausch- und Handelsnetze, die Dutzende von benachbarten Fondoms miteinander verbanden, in Umlauf gebracht wurden. Diese Tätigkeit war nicht wirtschaftlich neutral; die Kontrolle über die Eisenproduktion verschaffte dem Babungo-Hof nicht nur materiellen Reichtum, sondern auch politischen Einfluss.
Für Sammler hat die eisenverarbeitende Identität der Babungo direkte interpretatorische Konsequenzen. Eiserne Prestigeobjekte, die mit dem Kontext der Ndop-Ebene in Verbindung gebracht werden, stammen mit größerer Wahrscheinlichkeit aus Babungo oder wurden über Babungo transportiert als aus jedem anderen Fondom, und eine Zusammenstellung, die eiserne Insignien mit Helmmasken oder Perlenfiguren kombiniert, sollte Anlass sein, eine Zuschreibung an Babungo zu prüfen, bevor eine allgemeinere Bezeichnung "Grasfelder" akzeptiert wird. Die Oberflächenbeschaffenheit von wirklich altem geschmiedetem Grassfields-Eisen - dichtes Oxid, Hammerschlagtextur, Gebrauchsspuren an den Griffstellen - unterscheidet sich erheblich von modernen Reproduktionen und bietet eine praktische Grundlage für eine vorläufige Bewertung.