Troh / Night Society (Bangwa-Regulierungsverband)
Der geheime, ausschließlich nachts tätige Regulierungsverband der Bangwa-Häuptlingstümer, dessen neunköpfiger innerer Rat die exekutive, richterliche und rituelle Macht innehatte, einschließlich der Befugnis, Torturen und Hinrichtungen durchzuführen.
Der troh (in der englischsprachigen Literatur im Anschluss an Brain und Pollock manchmal als "Nachtgesellschaft" bezeichnet) ist der exekutive Arm der Bangwa-Regierung und das institutionelle Gegenstück zur aristokratischen lefem Gong-Gesellschaft. Während die lefem bei Tageslicht agiert und die Ahnenverehrung und die friedliche Erbfolge verwaltet, arbeitet der troh in der Dunkelheit und beherrscht den Bereich der Bestrafung, der Hexerei und der metamorphen Geisterkraft. Seine neun inneren Mitglieder werden in der Bangwa-Kosmologie als fähig beschrieben, sich nachts in Leoparden, Elefanten oder Schlangen zu verwandeln, um die Grenzen des Häuptlingstums zu patrouillieren, während die Bevölkerung schläft; sie führen die Giftprüfung durch und vollstrecken Todesurteile. Dieses duale System von aristokratischer Macht am Tag und exekutiver Macht in der Nacht wird von Robert Brain in seiner ethnographischen Arbeit über die soziale Organisation der Bangwa analysiert.
Die für troh-Aufführungen hergestellten Masken unterscheiden sich formal von den lefem-Gedenkfiguren: Es handelt sich um schwere, architektonisch kompakte Formen - oft janusköpfig (doppelstirnig), um eine allseitige Überwachung zu signalisieren - mit reduzierten Gesichtszügen, voluminösen Wangenmassen und manchmal mehreren Augenpaaren, die auf den hellsichtigen Blick der eingeweihten Hexen verweisen. Ihre Oberfläche ist mit einer dicken, verkrusteten Patina aus Kräuterpräparaten, Opferblut, Kaolin und Kopalharz überzogen, die eher auf die angesammelte rituelle Macht als auf dynastisches Gedenken hinweist. Troh-Masken wurden ausschließlich nachts und an abgelegenen Versammlungsorten im Wald eingesetzt; kleinere Janusmasken an Pfählen markierten die Grenzen von Versammlungsplätzen als Barrieren, die für uneingeweihte Eindringlinge tödliche Sanktionen androhten.