Geh-naw (Bassa-Gesichtsmaske)
Die wichtigste hölzerne Gesichtsmaske der liberianischen Bassa, die innerhalb der Neekbaa-Männervereinigung verwendet wird, um bei Gerichts-, Initiations- und Gemeinschaftszeremonien vermittelnde Geister zu verkörpern.
Die geh-naw (Transkriptionsvariante: gela) ist die charakteristische Maskenform des liberianischen Bassa-Volkes im Bezirk Grand Bassa und an der zentralen liberianischen Küste. Sie wird aus einem einzigen Holzblock geschnitzt und zeigt ein kleines, feines Gesicht - typischerweise 20-30 cm groß - mit geschlitzten oder eng gewölbten Augen, einer glatten, harmonischen Gesichtsoberfläche und einem Kranz aus parallelen, erhabenen Graten, die die Frisur bilden. Die Maske unterscheidet sich von der eng verwandten Dan-Gesichtsmaske durch diese spezifischen formalen Elemente, insbesondere den gerippten Scheitel und die kontrollierten, kleinteiligen Proportionen.
In der Bassa-Gesellschaft wurde die geh-naw durch die Neekbaa aktiviert, den wichtigsten männlichen Machtverband, der für die soziale Regulierung, die Beilegung von Streitigkeiten und die Ausbildung der Eingeweihten zuständig war. Bei Aufführungen verkörperte der Maskenbildner eine spirituelle Kraft, deren Stimme rechtliche und moralische Autorität besaß. Die Masken wurden sowohl in Originalgröße als auch in Miniaturform als "Pass" hergestellt, wobei letztere als persönliches Zeichen der Mitgliedschaft in der Vereinigung dienten. Die durchgängig dunkle, glänzende Patina der Maske spiegelt die wiederholte Anwendung von Palmöl, Ruß und Opferstoffen im Laufe der Jahre des rituellen Gebrauchs wider.