Biteki (Macht- und Ahnenfiguren der westlichen Bembe)
Kleine stehende Holzfiguren der westlichen Bembe (Babembe) des Kongo, die durch eine magische Ladungshöhle aktiviert werden und sich durch eingesetzte Porzellanaugen und fein eingeritzte Bauchnarben auszeichnen.
Biteki (Singular liteki) sind die primäre Skulpturform der westlichen Bembe (Babembe) der Republik Kongo und der angrenzenden DR Kongo. Stehende Figuren - es werden sowohl männliche als auch weibliche Typen hergestellt - sind in der Regel zwischen 20 und 40 cm hoch und zeichnen sich durch eine kompakte, aufrechte Haltung, eingesetzte Porzellan-, Muschel- oder Glasaugen, die einen starren, durchdringenden Blick erzeugen, einen kurzen Kinnbart beim männlichen Typ und dichte, fein eingeritzte geometrische Skarifikationen auf Bauch und Brust aus. Ein versiegelter Hohlraum in Bauch, Rücken oder Kopf enthält organisches oder mineralisches Ladungsmaterial, das die Schutz- und Ahnenwirkung der Figur aktiviert. Die Schnitztradition ist in der breiteren Kongo-Kultur angesiedelt, weist aber formale Merkmale auf - insbesondere die Art der Augenintarsien, den Bart und das Register der Skarifikationen -, die eher für Bembe als für Kongo typisch sind.
Im sozialen und rituellen Leben der Bembe dienen die biteki als Orte der Präsenz der Ahnen und als Instrumente von Fachleuten, die in den Bereichen Heilung, Schutz und Konfliktlösung tätig sind. Ihre Aktivierung hängt sowohl von der formalen Kompetenz des Schnitzers als auch von den Kenntnissen des Spezialisten über die geeigneten Ladungsmaterialien und Beschwörungsverfahren ab. Die Figuren gelangten ab der Mitte des 20. Jahrhunderts auf den Kunstmarkt und wurden aufgrund ihrer kompakten Größe und ihres unverwechselbaren Aussehens häufig in Werkstätten reproduziert. Sammler sollten den Zustand der Augenintarsien, die Unversehrtheit der Hohlräume, die Konsistenz der Patina und die Tiefe der Provenienz als wichtigste Kriterien für die Echtheitsprüfung ansehen.