Bida-Glasperlen (Nupe-Ziehglasindustrie)
Gewickelte und gezogene Glasperlen, die von erblichen Zunftfamilien in Bida, Niger State, hergestellt werden und eine der wenigen dokumentierten einheimischen afrikanischen Glasperlenindustrien darstellen.
Im Mittelpunkt der Glasindustrie von Bida steht die efu-Gilde - erbliche glasverarbeitende Familien in der Emiratsstadt Bida im Bundesstaat Niger -, die gewickelte und gezogene Perlen sowie kleine Glasgefäße aus recyceltem, in Tonöfen umgeschmolzenem Glas herstellen. Jahrhundert dokumentiert und hat die Unterbrechung durch die Kolonialzeit überstanden. Damit ist Bida einer der wenigen Orte südlich der Sahara mit einer kontinuierlichen, namentlich genannten lokalen Perlenproduktionstradition. Die charakteristischen Perlentypen erscheinen in durchscheinenden Grün-, Türkis- und Bernsteintönen, mit sanften Farbstreifen entlang der Perlenachse und leichten Unregelmäßigkeiten auf der Oberfläche, die sie von den einheitlichen Oberflächen der industriell gefertigten Handelsperlen unterscheiden.
Innerhalb der Nupe-Gesellschaft und im weiteren zentralnigerianischen Handelsnetz dienten die Bida-Perlen als Prestigeobjekte, Brautschmuck und Währungsersatz, wie von S.F. Nadel in A Black Byzantium (1942) dokumentiert. Ihre Sammeltätigkeit beruht auf ihrem Status als lokales, historisch verankertes Produkt der materiellen Kultur und nicht als Import, und auf der relativen Schwierigkeit, Exemplare sicher zu datieren - eine Aufgabe, die eher von vergleichenden Sammlungsbezügen und physischen Analysen als von stilistischen Kriterien allein abhängt. Die vererbte Weitergabe der Ofentechnik durch die efu-Gilde verleiht der Produktion eine soziale Tiefe, die direkt mit der der Nupe-Holzschnitz- und Metallverarbeitungsgilden vergleichbar ist.