Haptu (Bura persönlicher Geist / Schreinobjekt)
Bei den modernen Bura-Pabir im Nordosten Nigerias wohnt ein persönlicher Geist in einem materiellen Gegenstand - einem Eisenamulett oder einem bedeckten Tongefäß -, der durch Trankopfer und Opfergaben aktiviert wird.
Der Haptu (in einigen regionalen Dialekten auch als Naptu bezeichnet) ist das zentrale Konzept in der animistischen Praxis der Bura-Pabir. Jedes Individuum unterhält eine Beziehung zu einem oder mehreren Haptu-Geistern, die sich in bestimmten physischen Objekten manifestieren - Amuletten in Form einer Eisenschlange (habtu pwapu), glatten Steinen, heiligen Wasserquellen oder abgedeckten Tontöpfen, die vom Haushaltsvorstand unterhalten werden. Der Mthakur haptu, ein Ritualspezialist, koordiniert Beratungen, leitet Hühneropfer zu Beginn und am Ende der Trockenzeit und beaufsichtigt Ernte- und Lebensübergangsriten. Die Aktivierung erfordert regelmäßige Trankopfer; Vernachlässigung führt zu Unglück.
Die ethnografische Aufzeichnung der haptu-Praxis, die von Charles Meek 1931 dokumentiert und von Nicholas David in seiner ethnoarchäologischen Feldforschung in der Region der Mandara-Berge ausgearbeitet wurde, ist für den archäologischen Korpus von Bura-Asinda-Sikka vor allem als analoger Rahmen relevant: Wissenschaftler wie Gado und Gilbert haben vorsichtige strukturelle Vergleiche zwischen den eisernen Grabbeigaben und rituellen Artefakten der prähistorischen Nekropolen und der animistischen Logik des haptu-Besitzes in der modernen Bevölkerung gezogen. Eine direkte genealogische Kontinuität zwischen den beiden Traditionen ist nicht bewiesen und wird in der aktuellen Forschung bestritten.