Bwami (Lega-Initiationsgesellschaft)
Freiwillige, hierarchisch abgestufte Initiationsgesellschaft der Lega - der einzige institutionelle Rahmen für die gesamte visuelle Kunst der Lega; von den belgischen Kolonialbehörden 1933 und 1948 verboten, ab 1958 wiederbelebt.
Bwami ist der freiwillige, hierarchisch abgestufte Initiationsverband der Lega, der je nach Region in fünf bis sieben aufsteigende Stufen gegliedert ist und in kindi gipfelt. Die Lega haben keine Häuptlinge; bwami-Älteste regieren. Die Gesellschaft ist gleichzeitig ein politisches System, ein moralisch-philosophisches Curriculum und die exklusive Auftragsvergabe- und Aufbewahrungsinstitution für praktisch die gesamte visuelle Kunst der Lega.
Jedes Objekt, das als "Lega-Kunst" katalogisiert wird, ist ein bwami-Objekt - eine Figur, eine Maskette, ein Löffel oder eine zoomorphe Form, die mit einem oder mehreren bestimmten Sprichwörtern verbunden ist, die während der Initiation vorgetragen werden. Die Darstellung einer Lega iginga-Figur auf einem Sockel als abstrakte Skulptur ist ein Kategorienfehler. Bwami wurde von den belgischen Kolonialbehörden 1933 und 1948 verboten und 1958 wiederbelebt. Das Standardwerk ist Daniel P. Biebuyck's Lega Culture: Art, Initiation, and Moral Philosophy among a Central African People (University of California Press, 1973).