Dakakari-Grabkeramik (Lela-Terrakotta)
Monumentale, handgefertigte Grabplatten aus gebranntem Ton, die von Lela-Töpferinnen (Dakakari) im Bundesstaat Kebbi im Nordwesten Nigerias hergestellt und über den Grabhügeln elitärer Männer aufgestellt wurden.
Dakakari-Grabkeramik - der in der internationalen Fachliteratur verwendete Begriff, der der Grabkeramiktradition der Lela (C'Lela) im Bundesstaat Kebbi entspricht - bezeichnet eine Klasse großer, handgefertigter Terrakotta-Skulpturen, die direkt über den mit Steinen ausgelegten Grabhügeln hochrangiger Männer errichtet wurden: Häuptlinge, Krieger und hochrangige Ritualspezialisten. Bei den Objekten handelt es sich nicht um versteckte Grabbeigaben, sondern um öffentliche, oberirdische Denkmäler, die auf den kommunalen Friedhöfen sichtbar bleiben und den sozialen Status des Verstorbenen dauerhaft dokumentieren sollten. Die Herstellung war spezialisierten Töpferinnen vorbehalten, eine Geschlechterzuordnung, die in der begrenzten Felddokumentation durchweg festgehalten ist. Zu den wichtigsten Formtypen gehören Reiterfiguren (Reiter auf Pferd), freistehende Vierbeiner (am häufigsten Elefanten) und zusammengesetzte Gefäßfiguren mit gestuften zoomorphen oder anthropomorphen Aufbauten.
Im Vergleich zu den bekannteren nigerianischen Keramikkulturen wurde diese Tradition nur relativ wenig systematisch ethnografisch oder archäologisch untersucht; die aussagekräftigsten Beschreibungen finden sich in regionalen ethnografischen Erhebungen und in der Dokumentation einzelner Museumsankäufe und nicht in speziellen Monografien. Aufgrund dieses Mangels an wissenschaftlicher Literatur kommt der formalen und materiellen Analyse bei der Echtheitsprüfung und Zuschreibung besondere Bedeutung zu. Die Stücke gelangen überwiegend ohne geprüfte Dokumentation vor der Ausfuhr auf den internationalen Markt, und ihre funeräre Herkunft - als oberirdische, aus ihrem funktionalen Kontext herausgelöste Denkmäler - wirft fortwährende Provenienz- und ethische Fragen auf, mit denen sich verantwortungsvolle Sammler auseinandersetzen sollten.