Duein fubara (Ahnen-Gedenkschirm)
Ein hölzerner Kalabari-Ijo-Gedenkschirm, der in einem Handelshaus zu Ehren eines Ahnen errichtet wurde. Er besteht aus einem geschnitzten Porträtkopf, der von Begleitfiguren auf einem flachen Bretterboden umgeben ist.
Duein fubara - wörtlich "Stirn der Toten" auf Kalabari - ist die architektonisch markanteste Kunstform, die von den Kalabari Ijo im östlichen Nigerdelta hergestellt wird. Jeder Bildschirm wurde von einem wari (Handelshaus) in Auftrag gegeben, um eines Gründungsmitglieds oder eines prominenten verstorbenen Mitglieds zu gedenken, und wurde dauerhaft an der Rückwand des Versammlungsraums der Ahnen angebracht. Das zentrale Element ist ein geschnitzter Porträtkopf, der auf der Vorderseite mit individualisierenden Details versehen ist; flankiert wird er von Figuren, die Diener, Krieger oder Angehörige darstellen, die den Vorfahren im Leben oder im Tod begleitet haben. Die Bretter sind horizontal miteinander verbunden, und die Komposition wirkt eher wie eine einheitliche Frontalfläche als wie eine dreidimensionale Skulptur.
Robin Hortons Kalabari Sculpture (1965) legte die grundlegende Typologie fest und dokumentierte den rituellen Kontext, in dem die Bildschirme regelmäßige Trankopfer und Speisegaben erhielten. Da es sich bei den duein fubara um feste Bestandteile namentlich genannter, noch immer aktiver Linien handelte, werfen viele Beispiele, die vor der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in westliche Sammlungen gelangten, ungelöste Fragen der legalen Entfremdung auf. Bei den benachbarten Völkern des Nigerdeltas ist kein formal oder funktional gleichwertiger Objekttyp dokumentiert, was die duein fubara zu einer der am zuverlässigsten zuordenbaren Formen im regionalen Korpus macht.