Ekpo (uralte Maskeradengesellschaft)
Eine abgestufte Männervereinigung bei den Ibibio im Südosten Nigerias, die durch maskierte Darbietungen und die Leitung der Gemeinschaft zwischen den Lebenden und den Toten vermittelt.
Die Ekpo-Gesellschaft ist die zentrale Institution, die die Maskerade bei den Ibibio, Anang und verwandten Völkern im Bundesstaat Akwa Ibom im Südosten Nigerias regelt. Es handelt sich um eine abgestufte Vereinigung: Die jüngeren Mitglieder nehmen an gemeinschaftlichen Riten und Umzügen teil, während die älteren Mitglieder die mächtigsten Maskenfiguren kontrollieren und die Autorität über Bestattungen, Landstreitigkeiten und soziale Sanktionen ausüben. Die maskierten Figuren der Gesellschaft verkörpern die in die Welt der Lebenden zurückgekehrten Geister der Vorfahren, und ihr Erscheinen setzt kollektive Normen ebenso durch wie das Gedenken an die Toten.
Der Ekpo-Maskeradenzyklus folgt einem jahreszeitlichen Kalender, wobei die Aufführungen mit den Begräbnisfeiern und den landwirtschaftlichen Übergängen abgestimmt sind. Die materielle Kultur der Gesellschaft - Masken, Kostüme, Musikinstrumente - ist der wichtigste Korpus der Ibibio-Kunst, der außerhalb Nigerias gesammelt wurde. Keith Nicklin und Jill Salmons haben die umfassendste englischsprachige Dokumentation der Ekpo-Struktur und des Aufführungskontextes erstellt, einschließlich der formalen Unterscheidung zwischen den Maskenkategorien mfon ekpo und idiok ekpo, die die ikonographische Logik der Tradition definiert.