Gugwom (Tel zoomorphe Helmmaske)
Eine horizontal getragene zoomorphe Helmmaske der Tel, die stilisierte Krokodilkiefer mit Rinderhorn-Elementen kombiniert und bei landwirtschaftlichen Übergangsritualen und Seniorenbestattungen verwendet wurde.
Die Gugwom ist die Hauptmaskenform des Tel, die sich vom Korpus der Heilfiguren unterscheidet. Sie wird waagerecht auf dem Scheitel getragen und ist eine Helmmaske, die eine breite, gezackte Krokodilschnauze mit nach oben gebogenen Rinder- oder Buschbockhörnern verbindet und so die Kraft von Raubtieren und Huftieren in einem einzigen Objekt vereint. Die Oberfläche ist in der Regel bemalt oder verockert und weist nicht die dichte heilende Kruste auf, die für die Komtin-Heilerfiguren charakteristisch ist, was eine andere rituelle Biografie widerspiegelt - eher eine öffentliche Vorführung als eine schreingebundene Weissagung. Der Schnitzer Danpeh wurde von Sieber (1961) als namentlicher Spezialist für die Gugwom-Produktion in Lalin um 1948 dokumentiert, eine der wenigen Zuschreibungen an eine namentlich genannte Person im Montol-Korpus.
Der Gugwom erscheint bei zwei Kategorien von Gemeinschaftsereignissen: bei landwirtschaftlichen Schwellenzeremonien, die die Aussaat und Ernte von Hirse markieren, und bei Beerdigungen von älteren Komtin-Mitgliedern. Sein dramatischer öffentlicher Auftritt - die menschliche Gestalt des Maskenbildners verschwindet vollständig unter einem voluminösen Faserkostüm - löst die Grenze zwischen der menschlichen und der geistigen Welt für die Dauer der Aufführung auf. Die Gugwom treten nicht bei politischen Veranstaltungen auf, was sie von den politisch geprägten Maskeraden benachbarter hierarchischer Gruppen wie den Jukun unterscheidet. Masken dieses Typs sind auf dem internationalen Markt wesentlich seltener als Komtin-Heilerfiguren und werden manchmal fälschlicherweise als generische zentralnigerianische zoomorphe Helme identifiziert, wenn sie von der Dokumentation getrennt werden.