Umlenkrolle (poulie de métier à tisser)
Ein funktionelles Bauteil des Guro-Schmalstreifen-Horizontalwebstuhls, das aus einem gegabelten Holzkörper besteht, der mit einem kleinen geschnitzten Kopf oder einem Tierkopf abgeschlossen ist.
Die Guro-Litzenrolle ist ein integraler Bestandteil des horizontalen Schmalbandwebstuhls: An der umgedrehten U-Gabel ist die Litzenschnur aufgehängt, die die Trennung der Kettfäden steuert, und der geschnitzte Endknopf dient als Gegengewicht. Trotz ihrer geringen Größe sind die Flaschenköpfe mit der gleichen ästhetischen Strenge geschnitzt wie Masken in Originalgröße - feiner mittlerer Nasenrücken, aufwendige Frisur, polierte Oberfläche -, was den Glauben widerspiegelt, dass schöne Objekte die spirituellen Kräfte erfreuen, die das erfolgreiche Weben steuern. Ihr funktioneller Ursprung wird durch Faserrückstände in der Gabelrille und Abnutzungsmuster auf den inneren Gabelflächen bestätigt, die auf einen anhaltenden Kontakt mit Seilen zurückzuführen sind.
In Auktions- und Sammlungsberichten werden Heckenrollen immer wieder fälschlicherweise als "Miniaturmasken" katalogisiert, eine falsche Zuschreibung, die sowohl ihren Zweck als auch ihre kulturelle Bedeutung falsch darstellt. Sie gelangten ab dem frühen 20. Jahrhundert in europäische Sammlungen und gehörten zu den ersten Guro-Objekten, die systematisch untersucht wurden; Fischer und Homberger behandeln sie neben Masken als vollwertigen Ausdruck der skulpturalen Identität der Guro. Hochwertige frühe Flaschenzüge mit dokumentierten Gebrauchsspuren und stimmiger alter Patina werden heute rege gesammelt und erzielen Preise, die ihrer Schnitzqualität angemessen sind.