Hleeta (Initiationsskarifizierung der Ga'anda-Frauen)
Ein mehrstufiger, mit der Heirat verbundener Körperritualzyklus, der den Ga'anda-Frauen verabreicht wird und der den sozialen Status und die Position im Lebenszyklus durch geometrische Zeichen auf der Haut kodiert.
Hleeta ist das abgestufte Skarifikationsprogramm, das bei den Ga'anda im Nordosten Nigerias eine zentrale Rolle bei der weiblichen Initiation spielt. Wie von Marla C. Berns dokumentiert, wird der Zyklus in aufeinanderfolgenden Stufen von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter durchgeführt, wobei bei jeder Sitzung neue eingeschnittene oder erhaben-keloide Zeichen an bestimmten, vorgeschriebenen Körperstellen einer Frau hinzugefügt werden. Das kumulative Muster - bestehend aus Rauten, Zickzack-Bändern, punktierten Feldern und linearen Registern - ist nicht im herkömmlichen Sinne dekorativ; sein Fertigstellungsstatus kommuniziert die fortschreitende Eignung der Frau für die Ehe und ihre vollständige Eingliederung in die Gesellschaft der erwachsenen Ga'anda.
Die Bedeutung von Hleeta geht über den Körper hinaus: Ga'anda-Töpfer und -Figurenmacher übertragen das geometrische Vokabular des Programms auf keramische Oberflächen, so dass Gefäße und figurative Objekte die gleiche visuelle Grammatik tragen wie die initiierten Frauen. Diese Korrespondenz zwischen Haut und Ton ist ein bestimmendes Merkmal der materiellen Kultur der Ga'anda und ein wichtiges Identifikationsmerkmal für die Tradition. Der Begriff leitet sich von der Ga'anda-Sprache ab, einem Mitglied des tschadischen Zweigs der afroasiatischen Familie.