Nok-bezogener Terrakotta-Horizont (nordnigerianischer Keramikskulpturenkomplex)
Eine weit gefasste Gruppe regionaler Terrakotta-Produktionstraditionen im Mittleren Gürtel und Nordwesten Nigerias, die formale Konventionen mit der Nok-Kultur teilen, aber unterschiedliche lokale Stilgruppen umfassen.
Der Begriff "Nok-verwandter Terrakotta-Horizont" beschreibt eine Reihe von geografisch und formal verwandten keramischen Bildhauertraditionen, die über Nord- und Zentralnigeria verteilt sind - einschließlich der Nok, Katsina, Sokoto und mehrerer anderer regionaler Gruppierungen - und die eine Reihe von skulpturalen Konventionen gemeinsam haben: durchbohrte oder modellierte Augenformen, zylindrische Hälse, relativ große Kopf-Körper-Verhältnisse und vergleichbare Brenn- und Tonaufbereitungstechniken. Die Gruppierung ist eher heuristisch als kulturell einheitlich; sie spiegelt eher die sichtbaren formalen Beziehungen zwischen den auf dem Markt anzutreffenden Objekten wider als ein nachgewiesenes gemeinsames kulturelles oder soziales System. Die eigentliche Nok-Kultur, die früheste und am besten dokumentierte Komponente, wurde erstmals von Bernard Fagg durch Ausgrabungen ab den 1940er Jahren definiert und durch Peter Breunigs systematisches Nok-Projekt der Goethe-Universität wesentlich bereichert.
Die routinemäßige kommerzielle Zusammenfassung aller nordnigerianischen Terrakotten als "Nok" - eine Praxis, die durch die hohe Marktanerkennung des Nok-Namens angetrieben wird - verschleiert bedeutsame kulturelle Unterschiede und hat ein gewisses Maß an Provenienzwäscherei ermöglicht, da Stücke aus stark geplünderten Regionen wie Katsina und Sokoto unter einem prestigeträchtigeren und bekannteren Etikett präsentiert werden können. Eine verantwortungsbewusste Katalogisierung unterscheidet zwischen bestätigten Nok-Stücken mit dokumentierter Herkunft aus dem Jos-Plateau, Terrakotten aus der Katsina-Region, Terrakotten aus der Sokoto-Region und anderen regionalen Untergruppen, wobei die Grenzen der Zuweisung bei fehlendem Ausgrabungskontext anerkannt werden.