Kifwebe (gestreifte Gesellschaftsmaske)
Eine gestreifte Holzmaske der Songye-Gesellschaft *bwadi bwa kifwebe*, die bei Zeremonien zur sozialen Kontrolle verwendet wurde. Sie zeichnet sich durch parallel eingeschnittene Rillen, einen zentralen Grat und kontrastierende weiße, rote und schwarze Pigmente aus.
Die kifwebe ist die charakteristische Maskenform der bwadi bwa kifwebe, einer männlichen Regulierungsgesellschaft bei den Songye, zu deren Aufgaben die Einsetzung und Absetzung von Häuptlingen, die Bestrafung von unsozialem Verhalten und die Eindämmung von Hexerei gehören. Die Oberfläche der Maske ist vollständig mit eingeschnittenen parallelen Rillen bedeckt - Rillen, die in das Holz geschnitten und mit weißem Ton (pemba), rotem Pigment (tukula) und Schwarz gefüllt oder hervorgehoben wurden -, die einen dramatischen visuellen Rhythmus erzeugen, den Wissenschaftler symbolisch mit dem Wechsel von Tag und Nacht und dem männlichen und weiblichen Prinzip verbinden.
Innerhalb der Tradition gibt es zwei Formen: die männliche Maske (kilume), die an ihrem hohen, spitzen, sagittalen Kamm, dem aggressiven, nach vorne gerichteten Kiefer und den in mehreren Richtungen verlaufenden Streifen mit roter Farbe erkennbar ist, und die weibliche Maske (kikashi), die niedriger und runder ist, überwiegend weiß, mit einem flacheren oder gar keinem Kamm und feineren, gleichmäßigeren Streifen. Die kifwebe-Form kommt auch bei den benachbarten Luba vor, mit denen die Songye eine lange gemeinsame Grenze haben; die Beispiele der Luba sind im Allgemeinen weicher in der Kontur und weniger architektonisch streng. Nach übereinstimmender Auffassung der Wissenschaftler stammen die frühesten dokumentierten Beispiele aus dem späten neunzehnten Jahrhundert, obwohl die Tradition wahrscheinlich älter ist.