Komaland-Terrakotta (Figurentyp Yikpabongo)
Handgefertigte, grob gebrannte Tonfigur aus der archäologischen Kultur von Komaland im Norden Ghanas, datiert etwa auf das 6. bis 14. Jahrhundert n. Chr., die typischerweise in Steinkreisgräbern gefunden wurde.
Komaland-Terrakotten sind handgefertigte figurative Objekte, die in der Region Builsa und Sissala im Norden Ghanas von einer Kultur hergestellt wurden, die vor allem durch ihre materiellen Überreste bekannt ist. Der Korpus, der hauptsächlich durch die Ausgrabungen von James Anquandah in den 1980er Jahren und die anschließenden Feldforschungen von Benjamin Kankpeyeng in Yikpabongo dokumentiert wurde, umfasst menschliche Figuren - oft mit zylindrischen oder abgeflachten Oberkörpern und schematischen Unterkörpern - sowie Tierformen und eine besondere Klasse von mehrköpfigen oder Janus-Figuren. Die wichtigsten formalen Merkmale sind aufgesetzte Kugelaugen, additive Spulendekoration, die auf Schmuck und Skarifikationen hinweist, sowie grobkörniges, in warmen Ocker- und Ziegelrottönen gebranntes Gewebe.
Die Objekte stammen aus Steinkreisgräbern und werden als Grabbeigaben gedeutet, obwohl ihre genaue rituelle Funktion aus den archäologischen Aufzeichnungen nicht mit Sicherheit bestimmt werden kann. Es handelt sich um eine rein archäologische Tradition: Keine lebende Gemeinschaft pflegt die Kontinuität ihrer Herstellung oder Verwendung. Seit Mitte der 1980er Jahre, als Komaland auf dem internationalen Markt bekannt wurde, sind durch groß angelegte Plünderungen die Fundorte, die eine systematische kunsthistorische und anthropologische Untersuchung ermöglichen würden, verschwunden, so dass die Ausgrabungsfunde von Anquandah und Kankpeyeng die wichtigste Vergleichsgrundlage für die Authentifizierung von Marktstücken darstellen.