Kug-tiise (Grabstein / Grabdenkmal)
Der Oberbegriff der Mòoré für die aus Stein gehauenen Grabmäler, die über den Gräbern der Nyonyosi errichtet wurden. Sie reichen von einfachen Säulen bis hin zu figürlichen Monolithen, die an Häuptlinge und Erdpriester erinnern.
Der Begriff kug-tiise (auch kug tiise oder kugtiise; Mòoré: kug = Stein, tiise = Grabmal) bezeichnet die Kategorie der aus Laterit und Granit gemeißelten Monumente, die das markanteste Ergebnis der Nyonyosi-Steintradition darstellen. Der Korpus umfasst drei morphologische Typen, die grob nach Prestige geordnet sind: flache, eingeritzte Stelen als undifferenzierte Grabzeichen, säulenförmige Phallussäulen für männliche Ahnen und figurative Monolithen - der seltenste Typ -, die Gründungsmatriarchen oder Tengsoba-Stammesoberhäupter darstellen. Die Stücke wurden entweder oberhalb des Grabhügels im Freien aufgestellt und dienten als territoriale Anker und Trankopferflächen für die Gemeinschaft, oder sie wurden in der Grabkammer selbst deponiert und begleiteten den Körper als ständiger spiritueller Repräsentant.
Der Begriff taucht in der ethnografischen und kunsthistorischen Literatur des Nyonyosi- und Mossi-Gebiets als lokale Bezeichnung auf, die diese im Auftrag des Grabes hergestellten Steinobjekte von anderen Steinobjekten in der Landschaft unterscheidet. Da die kug-tiise-Tradition bis zu Roys Arbeit in den 1980er Jahren nicht systematisch dokumentiert wurde, gelangten viele Exemplare unter wenig informativen Bezeichnungen wie "Voltaische Steinfigur" oder "Mossi, Stein" auf den westlichen Markt. Die Anerkennung der kug-tiise als kohärentes Korpus mit interner typologischer Logik - Säule, Stele, Figur - ist für die korrekte Zuschreibung, Zustandsbewertung und Interpretation jedes Nyonyosi-Steinobjekts in einer Sammlung unerlässlich.