Lefem (königliche Ahnenfigur der Bangwa)
Eine königliche Gedenkfigur aus Holz aus den Bangwa-Häuptlingstümern in Kamerun, die geschnitzt wurde, um den Geist eines verstorbenen Königs oder eines hochrangigen Ahnen im Rahmen der Palastschreinpraxis zu bewahren und zu aktivieren.
Das lefem ist die wichtigste skulpturale Form, die in den Bangwa-Häuptlingstümern des Lebialem-Hochlandes im Westen Kameruns hergestellt wird, und die Kategorie, durch die die Bangwa-Kunst in internationalen Sammlungen am stärksten vertreten ist. Der Begriff lefem ist auch der Name der aristokratischen Vereinigung - der "Gong-Gesellschaft" -, deren Mitglieder für die ethische Führung des Häuptlingstums und die Verehrung der dynastischen Ahnen verantwortlich sind; die Figuren und die Institution teilen den Namen, weil die Skulpturen die materiellen Anker der rituellen Arbeit der Gesellschaft sind. Eine lefem-Figur stellt typischerweise einen fon (König), eine königliche Mutter (mafo) oder eine hochrangige Gemahlin dar. Sie ist etwa 80 bis 110 Zentimeter hoch und aus dichtem lokalem Hartholz geschnitzt. Die bestimmende formale Eigenschaft, die von Robert Brain und Adam Pollock (Bangwa Funerary Sculpture, 1971) ausführlich dokumentiert wurde, ist die außergewöhnliche dynamische Torsion: die Knie sind gebeugt, der Torso verdreht, der Kopf ist gedreht oder zurückgeworfen, die Figur ist in einer Bewegung verhaftet, die eher Vitalität als die für die Skulpturen des Bamileke-Häuptlingstums typische frontale Gravitas vermittelt.
Im Rahmen des Palastrituals wurden die lefem-Figuren in den rauchgeschwärzten oberen Kammern der Palastgebäude aufbewahrt und erhielten ihre charakteristische dunkle, durchdringende Patina durch regelmäßiges Salben mit Palmöl und rotem Rotholzpulver. Sie wurden bei der Cry-Die - der ausgedehnten Begräbnis- und Nachfolgezeremonie für einen verstorbenen Herrscher - hervorgeholt und zusammen mit früheren dynastischen Figuren ausgestellt, um die ununterbrochene Abstammung zu demonstrieren. In regelmäßigen Abständen wurden die Figuren zu heiligen natürlichen Plätzen transportiert, wo der Erdpriester (tanyi) Trankopferrituale durchführte und sie als vorübergehende Wohnstätten für den Geist des Ahnen aktivierte, um die territoriale Fruchtbarkeit zu gewährleisten. Der Weg der Figuren aus dem Palast in private und museale Sammlungen erfolgte fast immer unter kolonialem Zwang oder durch die umstrittenen Transaktionen des späten 19. und frühen 20.