Loniaken (Tusische horizontale Wappenmaske)
Kleine geometrische Wappenmaske des Tusian-Volkes, die bei Initiationsriten der Do-Gesellschaft im Südwesten Burkina Fasos waagerecht auf dem Kopf getragen wird.
Die Loniaken sind die wichtigste skulpturale Form, die vom Volk der Tusian (Toussian / Win) im Südwesten Burkina Fasos hergestellt wird. Sie wird als Scheitelmaske klassifiziert: eine relativ kleine, flache Schnitzerei, die dazu bestimmt ist, waagerecht auf dem Kopf des Tänzers angebracht zu werden, anstatt als Gesichtsbedeckung getragen zu werden. Die Oberseite des Scheitels ist in geometrische Zonen unterteilt, die mit weißer, roter und schwarzer Farbe bemalt sind - Dreiecke, Chevrons und konzentrische Bänder - und wird in der Regel von einem stilisierten Vogel oder Schmetterling gekrönt. Ursprünglich wurde das Objekt mit einer Faser- oder Textilkappe am Kopf des Eingeweihten befestigt, die heute häufig verloren ist.
Der Loniaken hat eine Funktion innerhalb des Initiationskomplexes der Do-Gesellschaft und erscheint bei Riten, die junge Männer formell in den sozialen Status eines Erwachsenen überführen. Christopher D. Roys Art of the Upper Volta Rivers (1987) ist nach wie vor die grundlegende wissenschaftliche Referenz für die Kontextualisierung dieser Form innerhalb der breiteren voltaischen Maskierungssphäre. Die nahezu abstrakten Muster kodieren rituelle Bedeutungen, die für die do-Gesellschaft spezifisch sind; es handelt sich nicht um dekorative Improvisation. Auf dem Sekundärmarkt werden Loniaken-Wappen häufig fälschlicherweise als generische "Burkina Faso"-Wappen katalogisiert oder fälschlicherweise Bobo- oder Bwa-Werkstätten zugeschrieben - ein Irrtum, der korrigiert werden kann, wenn man die charakteristische horizontale Montage und die kompakte Größe beachtet.