Mabondo (Rautenstirnskarifizierung)
Das erhabene rauten- oder rautenförmige Skarifikationsmuster, das in der Mitte der Stirn der Punu *mukudj*-Masken eingeritzt ist, markiert Prestige und Ahnenidentität.
Der Begriff mabondo bezieht sich auf das erhabene rauten- oder rautenförmige Reliefmuster, das auf den mukudj-Masken der Punu in der Mitte der Stirn, direkt über der Stirnlinie, erscheint. Im Leben wurden vergleichbare erhabene Narbenmuster von hochrangigen Punu-Frauen als Zeichen von Schönheit, sozialem Status und Identität getragen; ihre Darstellung auf der Maske überträgt dieses Prestige in das Ahnenregister und signalisiert, dass der verkörperte Geist von Würde und Autorität ist. Das Mabondo-Muster ist auch das zuverlässigste formale Kriterium zur Unterscheidung der Punu-Masken von denen der eng verwandten Shira-Punu-Nachbarn - den Lumbo, Vuvi und Tsangui -, deren weißgesichtige Masken andere Narbenregister verwenden oder das Rautenmotiv ganz weglassen.
Wissenschaftler, die sich mit der gabunischen Kunst befassen, insbesondere Louis Perrois, haben das Mabondo-Stirnmotiv immer wieder als wichtiges Zuordnungsmerkmal innerhalb der Shira-Punu-Stilgruppe identifiziert. Auf gut geschnitzten, früheren Beispielen ist die Raute in einem präzisen, flachen Relief ausgeführt, das in die gesamte Gesichtsgeometrie integriert ist; auf neueren oder exportorientierten Schnitzereien ist sie oft oberflächlicher dargestellt oder weniger in die Stirnebene integriert, eine Diskrepanz, die bei der Beurteilung von Alter und Qualität hilfreich sein kann.