Mbari (Igbo-Skulpturenhaus)
Großes, temporäres Skulpturenhaus, das von einer Owerri-Igbo-Gemeinde als Opfergabe an die Erdgottheit Ala errichtet wurde; gefüllt mit bemalten Tonfiguren und rituell dem Verfall preisgegeben.
Mbari ist ein großes, temporäres Skulpturenhaus, das von einer Gemeinschaft der Owerri Igbo unter der Leitung eines dibia (Ritualspezialisten) als Sühneopfer für Ala, die Erdgottheit, und andere Kräfte errichtet wird. Das Gebäude enthält Hunderte von bemalten Tonfiguren und wird nach Beendigung des Auftragszyklus rituell verlassen, d. h. dem Verfall überlassen.
Mbari erklärt, warum intakte Mbari-Skulpturen selten sind, warum sie komplexe Fragen der Entwidmung aufwerfen, wenn sie entfernt werden, und warum Herbert Coles 1982 erschienene Monografie Mbari: Art and Life among the Owerri Igbo das unverzichtbare Nachschlagewerk für alle Ton- oder Polychromie-Figuren der Owerri-Region ist. Die Institution zeigt, dass das Mäzenatentum der Igbo auf kommunaler Ebene und ohne einen Königshof funktioniert.