Mpu (gewebte Mütze des Kongo-Häuptlings)
Eine eng anliegende geflochtene Kappe, Emblem des Kongo-Häuptlings und des aristokratischen Ranges, dargestellt in einem geschnitzten geometrischen Gitter auf Prestigefiguren einschließlich *pfemba*; ihr Vorhandensein signalisiert den Status der Elite oder der Ahnen.
Die mpu ist eine eng anliegende, aus Pflanzenfasern geflochtene Mütze, die von Häuptlingen und hochgestellten Personen in der gesamten Kongowelt als primäres Emblem des Ranges und der legitimen Autorität getragen wird. In skulpturalen Kontexten wird sie als tief auf der Stirn sitzende Kappe dargestellt, deren geflochtene Struktur in geschnitzten geometrischen Gitter- oder Korbmustern wiedergegeben wird, die sie deutlich von ungeschmücktem Haar oder einfachen Kopfbedeckungen unterscheiden. Ihr Vorhandensein auf einer Figur - am auffälligsten auf pfemba-Mutterschaftsfiguren - signalisiert, dass das Motiv der aristokratischen oder herrschaftlichen Sphäre angehört und keine allgemeine Frauen- oder Männerdarstellung ist. Wyatt MacGaffeys Analyse der politischen Symbolik des Kongo identifiziert das mpu zusammen mit anderen Insignien - Elfenbeinarmbändern, kupfernen Halsringen und dem mpodi Fliegenwedel - als Kennzeichen des mfumu (Häuptlings)-Status, dessen Darstellung auf geschnitzten Figuren die soziale Stellung der Ahnenfigur und den Anspruch der Linie auf diesen Status begründet.
Für Zuordnungs- und Interpretationszwecke ist der mpu eines der Merkmale, die die pfemba-Figuren der Yombe sowohl von den allgemeinen Kongo-Ahnenfiguren als auch von den pfemba-förmigen Schnitzereien benachbarter Untergruppen wie den Vili oder Woyo unterscheiden, die analoge Kopfbedeckungen anders darstellen oder die Kappe ganz weglassen. Sammler sollten beachten, dass das geschnitzte mpu-Gitter als feines Oberflächenrelief anfällig für Abrieb ist; seine Vollständigkeit und die Kohärenz seiner Werkzeugspuren mit denen der übrigen Figur sind nützliche Indikatoren für die Authentifizierung. Das mpu taucht auch auf Prestigefiguren in anderen Kongo-Sphären-Traditionen auf, so dass es eher als ein Statusmerkmal der Kongo-Sphäre denn als ein ausschließliches Yombe-Merkmal fungiert - seine diagnostische Kraft für eine Yombe-Zuordnung ist am stärksten in Verbindung mit gefeilten Zähnen und mabaya-Skarifikationen.