Mukudj (weiße Jungfrauenmaske)
Die kaolinweiße idealisierte Ahnenmaske des Punu-Volkes, die bei der *okuyi* (*mukudji*) Maskerade im Süden Gabuns auf Stelzen getragen wird.
Die mukudj (auch mukudji geschrieben) ist die charakteristische Skulptur der Punu aus der Region Ngounié im Süden Gabuns. Sie stellt das idealisierte Gesicht einer weiblichen Vorfahrin dar: kaolinweiße Haut (pemba), gewölbte Augenbrauen über schmalen Kaffeebohnenaugen, eine raffinierte gerade Nase und eine kunstvolle, mit Muscheln oder Kupfernieten besetzte Kammfrisur. Ein erhabenes Rautenskarifizierungsmuster (mabondo) befindet sich in der Mitte der breiten Stirn. Die Maske ist kein Grabbeigabe, sondern verkörpert einen weiblichen Ahnengeist, der unter die Lebenden zurückkehrt, um zu segnen, zu richten und die gemeinschaftliche Ordnung zu bestätigen.
Während der Aufführung legt ein männlicher Eingeweihter die mukudj-Maske und ein komplettes Faser- und Stoffkostüm an und tanzt auf hohen Holzstelzen während der okuyi (mukudji)-Maskerade - eine der visuell dramatischsten Maskeradentraditionen in Zentralafrika. Die erhöhte Position der Tänzerin verstärkt die überirdische Autorität der Ahnenfigur. Louis Perrois, dessen jahrzehntelange Feldforschung in Gabun nach wie vor die wichtigste wissenschaftliche Referenz für die Kunst der Punu darstellt, hat sowohl die formalen Kriterien, die die mukudj-Masken der Punu von den oberflächlich gesehen ähnlichen weißen Masken der Lumbo, Vuvi und Tsangui unterscheiden, als auch die rituelle Logik, die der Maskerade zugrunde liegt, dokumentiert.