Ngil (Fangrechtsgesellschaft / Maske)
Fang-Gesellschaft zur Bekämpfung der Hexerei - und die längliche kaolinweiße Maske, die ihre Amtsträger trugen; die Gesellschaft wurde um 1910 von der französischen Kolonialmacht unterdrückt, so dass echte zeremonielle *ngil*-Masken selten geworden sind.
Ngil (manchmal auch ngi) war die Justiz- und Anti-Hexerei-Gesellschaft der Fang und damit auch die extrem längliche, kaolinweiße Maske, die ihre Amtsträger trugen. Die Gesellschaft fungierte im gesamten Fang-Gebiet als Mechanismus der sozialen Kontrolle: Die Mitglieder untersuchten Anschuldigungen der Zauberei, schritten bei Streitigkeiten ein und konnten Urteile vollstrecken. Die französische Kolonialverwaltung unterdrückte die ngil um 1910, weshalb echte zeremonielle ngil-Masken äußerst selten sind; die Form wurde später für den Kuriositätenhandel kommerziell reproduziert.
Das formale Vokabular der Maske - extreme vertikale Ausdehnung (oft mehr als 50 cm), kaolin-geweißte Oberfläche, schmales herzförmiges Gesicht, geschlitzte "Kaffeebohnen"-Augen, die bündig mit der Gesichtsebene abschließen, minimale Verzierungen - ist eher eine Funktion ihrer Terrorrolle als eine ästhetische Vorliebe. Die Authentifizierung stützt sich daher eher auf die Patina, den Nachweis ritueller Handhabung und die dokumentierte Herkunft als auf die Silhouette allein (Perrois 1972; Tessmann 1913).