Patine Croûteuse
Im Englischen: Sacrificial encrustation
Eine dicke, krustige Patina - Schichten von Opfern (Blut, Hirse, Abkochungen), die sich über Generationen von Altarbenutzern angesammelt haben.
Die patine croûteuse ist ein unbestreitbarer materieller Beweis für wiederholte, oft blutige oder materialintensive rituelle Handlungen. Die dicke, zerklüftete, fast steinige oder asphaltartige Kruste bildet sich durch libations itératives - wiederholte Trankopfer und rituelle Besprengungen - auf Gegenständen über Generationen hinweg.
Die Bamana-Boliw-Altäre in Mali, bestimmte Dogon-Masken und Bakongo-Fetischfiguren tragen Schicht um Schicht von Opferblut, Hirsebier, gekauter Kola, pulverisierten Muscheln, Erde und Pflanzenextrakten. Organische und mineralische Substanzen verbinden sich zu einer so dicken Kruste, dass sie den ursprünglichen bildhauerischen Schnitt des Holzes fast vollständig verdecken oder abstrahieren kann.
Aus westlicher, klassischer Sicht mag dies wie eine Zerstörung der Form aussehen. In der afrikanischen Kunsttheorie ist das Gegenteil der Fall: Die Kruste ist die Substanz - matière fétiche - der magischen Kraft des Objekts.