Pfemba (Yombe-Mutterfigur)
Sitzende oder kniende Ahnenfigur der Yombe mit Mutter und Kind, die sich durch gefeilte Zähne, erhabene Kreuzschraffuren und eine *mpu*-Häuptlingskappe auszeichnet; sie gehört zu den prestigeträchtigsten Skulpturen der Kongo-Sphäre.
Pfemba (auch phemba geschrieben) bezeichnet die kanonische Mutterschaftsfigur der Yombe, einer Kongo-Untergruppe des Mayombe-Waldes. Die Figur zeigt eine sitzende oder kniende Frau - eine idealisierte aristokratische Ahnfrau -, die einen Säugling hält oder wiegt, und ist durch eine Reihe spezifischer formaler Merkmale gekennzeichnet: gefeilte obere Zähne, die an den gescheitelten Lippen sichtbar sind, erhabene Kreuzschraffuren (mabaya), die den Oberkörper und die Schultern bedecken, eine eng anliegende gewebte Häuptlingsmütze (mpu) auf dem Kopf der Mutter und eingesetzte Spiegelglas- oder Glasperlenaugen. Die Größe liegt in der Regel zwischen 25 und 55 cm. Viele Exemplare enthalten einen versiegelten Hohlraum für Ladungsmaterial (bilongo), was sie technisch gesehen in die umfassendere Kategorie der minkisi einordnet, obwohl ihre primäre soziale Funktion eher in der Ahnen- und Abstammungspflege als in der Aggression oder im Vertragsverhältnis liegt.
Der wissenschaftliche Konsens, wie er von Alisa LaGamma in Kongo: Power and Majesty (2015) und von Robert Farris Thompson in Flash of the Spirit (1983) dargelegt wurde, verortet pfemba-Figuren als Objekte, die von Stammesoberhäuptern und Ritualspezialisten gehalten und bei Riten im Zusammenhang mit schwierigen Geburten, dem Wohlergehen von Säuglingen und der Übertragung des aristokratischen Status aktiviert werden. Sie gehören zu den raffiniertesten und am besten untersuchten Produktionen der gesamten Kongo-Welt und dementsprechend zu den am häufigsten für den kommerziellen Markt reproduzierten. Die Zuordnung erfordert eine sorgfältige Betrachtung der Feilzähne, der Qualität und der Verkrustung der Augeneinsätze sowie der Kohärenz der Oberflächenpatina in allen Schnitzregistern.