Mungongo (Salampasu-Krieger-Gesellschaft)
Der abgestufte Kriegerverband der Salampasu, dessen Initiationsgrade die Art der Maske, das Material und die rituelle Autorität ihres Trägers bestimmen.
Der mungongo ist der zentrale Krieger- und Initiationsverband des Volkes der Salampasu in der Kasai-Region im Südwesten der DR Kongo. Die Mitgliedschaft war für erwachsene Männer von Rang obligatorisch, und der Aufstieg durch die verschiedenen Ränge verlieh sowohl soziales Prestige als auch das Recht, bestimmte Maskenarten zu tragen, in Auftrag zu geben und bei öffentlichen Zeremonien einzusetzen. Die drei Hauptgrade der Vereinigung entsprechen direkt den drei Materialklassen der Salampasu-Masken: einfaches Holz für die Eingeweihten, mit Bast oder Rattan ummanteltes Holz für den mittleren Grad und gehämmerte, mit Kupfer ummantelte Masken für die älteren Krieger.
Die Wissenschaft ist sich einig, dass die mungongo nicht nur der Kriegsführung, sondern auch der Beilegung von Streitigkeiten, der Aufrechterhaltung von Gemeinschaftsgrenzen und der Organisation kollektiver Arbeit dienten. Die Masken waren keine dekorativen Objekte, sondern Instrumente autorisierter Macht: Das Tragen einer dem Rang entsprechenden Maske verkörperte den Kriegerrang des Trägers auf öffentlich lesbare Weise. Da die Maskenherstellung durch die Verbandshierarchie geregelt war, konnten nicht angeschlossene Handwerker keine Kupfermasken in Auftrag geben oder liefern, ohne gegen das Protokoll zu verstoßen, was die relative Seltenheit des Prestigetyps in den erhaltenen Sammlungen erklärt.