Shetani (Makonde-Geistesskulptur)
Weltliche, kommerzielle Schwarzholzskulptur mit verzerrten Geisterwesen, die von Makonde-Schnitzern in den 1950er Jahren in Dar es Salaam hergestellt wurde; kein Ritualobjekt.
Shetani - aus dem Suaheli für "Geist" oder "Teufel" - ist ein säkularer, kommerzieller Skulpturenstil, der in den frühen 1950er Jahren von Makonde-Schnitzern in Dar es Salaam entwickelt wurde. Er ist aus dichtem mpingo (afrikanisches Schwarzholz, Dalbergia melanoxylon) geschnitzt und stellt abstrahierte, verzerrte Geisterwesen mit verlängerten Gliedmaßen und übertriebener Anatomie dar; der Stil wird dem Meisterschnitzer Samaki Likankoa zugeschrieben.
Shetani ist die dominierende Form der Makonde auf dem westlichen Markt und wird häufig fälschlicherweise als "traditionell" oder "rituell" dargestellt. Ihre schwarze Holz- und Hochglanzsignatur wurde so sehr mit der "Makonde-Kunst" im Allgemeinen assoziiert, dass sie den älteren und formal deutlich ausgeprägten rituellen Maskenkorpus der lipiko-Helmmaske verdrängt. Shetani und ujamaa (der "Baum des Lebens") sind die beiden wichtigsten Handelsformen (Kingdon 2002).