Tadep (Schutzfigurenpaar)
Gepaarte männliche und weibliche geschnitzte Figuren, die in den Haushalten der Mambila-Linie als spirituelle Schutzmittel gegen Krankheit, Unglück und Hexerei verwendet werden.
Tadep gehören zu den erkennbarsten Objekten der materiellen Kultur der Mambila: Sie sind paarweise geschnitzt und stellen ein männliches und ein weibliches Wesen dar. Sie sind zwischen 20 und 45 cm groß und weisen das charakteristische konkave, herzförmige Gesicht, die gedrungenen Proportionen und die polychrome Oberflächendekoration in Rot, Schwarz und Weiß auf, die die bildhauerische Sprache der Mambila prägen. Sie befanden sich innerhalb des Stammesgeländes und wurden regelmäßig durch Palmöl- oder Blutopfer und die Erneuerung ihrer Faser- und Stoffbekleidungen aktiviert.
Der Begriff ist in David Zeitlyns linguistischer und ethnographischer Arbeit über die Mambila-Gemeinschaften im Grenzgebiet zwischen Nigeria und Kamerun dokumentiert. Tadep kamen während der Kolonialzeit in beträchtlicher Zahl auf den westlichen Kunstmarkt und wurden oft allgemein als "Kameruner Grasfelder"-Figuren bezeichnet. Da sie eher eine Schutzfunktion für den Haushalt als eine öffentliche Zeremonialfunktion haben, wurden die Paare in der Regel privat aufbewahrt und ihre rituellen Biografien nur selten aufgezeichnet; die Herkunftsketten für tadep auf dem Markt sind daher oft unvollständig.