Uhunmwun-elao (Altaraufsatz aus Messing)
Von der königlichen Gilde *igun-eronmwon* gegossener Gedenkkopf aus Bleimessing, der auf dem Ahnenaltar eines verstorbenen Oba oder eines hochrangigen Häuptlings im Königreich Benin aufgestellt werden sollte.
Uhunmwun-elao - wörtlich "Kopf aus Messing" in Edo - bezeichnet die Gattung der in Wachsausschmelzverfahren gegossenen Gedenkköpfe, die ausschließlich von der erblichen Messinggießergilde (igun-eronmwon) im königlichen Auftrag hergestellt wurden. Jeder Kopf wurde auf einem Ahnenaltar aus Lehm (egha) im Palast aufgestellt und diente als physischer Ort für Opfergaben und die Kommunikation mit den königlichen Ahnen. Die Reihenfolge des Gusses, das ikonografische Programm und die Ausarbeitung der Perlenketten waren auf den Rang des Verstorbenen abgestimmt: Oba-Köpfe tragen die am weitesten entwickelten Korallenperlenkragen und ab der mittleren Periode einen Flansch, der einen geschnitzten Elfenbeinstoßzahn hält.
Da fast der gesamte Korpus durch die Strafexpedition von 1897 in westliche Sammlungen gelangte, sind die Köpfe von zentraler Bedeutung für die laufenden Restitutionsverhandlungen. Paula Ben-Amos Girshicks Studien über die Palastkunst in Benin legten die typologische Abfolge von den relativ schlichten frühen Köpfen (15. bis 16. Jahrhundert) bis zu den größeren, schwereren und dekorativeren Werken des 18. und 19. Jahrhunderts fest und bilden damit die wichtigste stilistische Chronologie, die heute von Spezialisten verwendet wird.