Vara (Chamba-Büffelkult-Helmmaske)
Eine januszoomorphe Helmmaske der Chamba, die Büffelhörner und bewegliche Kiefer kombiniert und in den Regulierungsverbänden voma und lela verwendet wird.
Die vara ist die herausragende skulpturale Form der Chamba-Maskerade, eine große Helmmaske, die horizontal über dem Kopf des Darstellers getragen wird, so dass sich das zusammengesetzte Tiergesicht nach vorne neigt und dem Publikum gegenübersteht. Ihre Ikonographie vereint Büffel- oder Buschkuhhörner mit Kiefern, die in der Fachliteratur als Krokodil- oder Antilopengesicht beschrieben werden; die doppelgesichtige Januskonfiguration ist bei Chamba-Daka-Masken üblich. Die Maske erscheint in den folgenreichsten rituellen Kontexten - lela-Aufführungen bei Beerdigungen älterer Männer und landwirtschaftlichen Riten in der Trockenzeit -, wo sie die wilden, unkontrollierten Kräfte verkörpert, die der voma-Kult eindämmen soll.
Richard Fardons ethnografische Arbeit (Between God, the Dead and the Wild, 1990) hat das vara als Vermittlungsobjekt zwischen der sesshaften landwirtschaftlichen Gemeinschaft und der gefährlichen Potenz des Busches etabliert. Auf seiner Oberfläche sammelt sich über Generationen hinweg Opfermaterial an und bildet die charakteristische verkrustete Patina, die Sammlern und Kuratoren als primäres Kennzeichen für Alter und rituelle Tiefe dient. Der gegliederte Unterkiefer, der je nach Phase der Darbietung offen oder geschlossen ist, ist ein mechanisches Merkmal, das bei den Korridormasken aus Benue selten vorkommt und ein zuverlässiges Merkmal für die Form ist.