Yanda (Machtfigur der Mani-Gesellschaft)
Kleine, geometrisch abstrahierte hölzerne Kraftfigur, die zur geschlossenen Initiationsgesellschaft der Mani des Azande-Volkes im Nordosten der DR Kongo und der ZAR gehört.
Yanda (Plural ayanda) sind kompakte Holzfiguren von typischerweise 8 bis 20 Zentimetern Höhe, die ausschließlich für die Mani, eine eingeschränkte männliche Initiationsgesellschaft der Azande, hergestellt und verwendet werden. Ihre Formensprache ist ausgesprochen abstrakt: Der Torso ist oft zylindrisch oder blockartig, die Gesichtszüge sind auf schematische Einschnitte reduziert, und eine beträchtliche Anzahl nimmt eine vierfüßige, hybride Mensch-Tier-Haltung ein. Diese Eigenschaften spiegeln eher die Funktion als ästhetische Vorlieben wider; die yanda wurde als konzentriertes Gefäß mit schützenden und orakelhaften Kräften verstanden, nicht als repräsentatives Bild.
In der Mani-Praxis war jede Figur ein Einzelstück, das in einem speziellen Behälter aufbewahrt und regelmäßig mit Öl und Opfergaben gefüttert wurde, was die dunkle, verkrustete Patina erklärt, die man auf authentischen Exemplaren findet. Die Mitglieder konsultierten ihre ayanda, um Glück anzuziehen, Hexerei (mangu) zu bekämpfen und Quellen bösartiger übernatürlicher Einmischung zu identifizieren. E.E. Evans-Pritchard dokumentierte den breiteren Azande-Hexenkomplex in Witchcraft, Oracles and Magic among the Azande (1937) und lieferte damit einen wichtigen ethnografischen Kontext, um zu verstehen, warum diese Objekte als aktive Mittel und nicht als passive Schnitzereien behandelt wurden.