Gekerbter Rand (Yaure face-frame diagnostic)
Der durchgehend gezackte oder zickzackförmige, erhabene Rand, der das Gesicht einer Yaure-Maske einrahmt, ist das zuverlässigste formale Kriterium zur Unterscheidung der Yaure-Schnitzerei von Baule- und Guro-Arbeiten.
Der gekerbte Rand ist das morphologische Merkmal, das in der Vergleichsliteratur am häufigsten als diagnostisches Merkmal für die Zuordnung zu einer Yaure-Maske genannt wird. Er besteht aus einer erhabenen, durchgehenden Kante, die von der Stirn über die Wangen bis über das Kinn verläuft und in einem regelmäßigen, gezackten, gestuften oder zickzackförmigen Muster von beachtlicher Präzision geschnitzt ist. Die Regelmäßigkeit und Feinheit der Einkerbung unterscheidet sie von den glatteren, ungerahmten Gesichtsrändern, die für Baule-Masken der Kategorien mblo-Porträt und Geist typisch sind, und von der gröberen oder variableren Einrahmung, die gelegentlich auf Guro-Masken zu finden ist. Formal lässt sich die Einrahmung als ein Hilfsmittel erklären, das die Gesichtsebene visuell isoliert und anhebt und der Yaure-Maske ihre charakteristische Qualität der geschlossenen, konzentrierten Aufmerksamkeit verleiht.
Unter dem Gesichtspunkt der Zuordnung fungiert der gekerbte Rand als das, was Spezialisten für zentral-ivorisches Material manchmal als "Stammessignatur" bezeichnen - eine stabile formale Konvention, die in der gesamten Yaure-Schnitztradition mit ausreichender Konsistenz beibehalten wird, um eher diagnostisch als nur typisch zu sein. In der Praxis liefern die Regelmäßigkeit und die Qualität der Ausführung des Randes auch sekundäre Hinweise auf die Echtheit: Bei echten älteren Masken, die für den rituellen Gebrauch hergestellt wurden, weisen die einzelnen Kerben die leichte Unregelmäßigkeit und die Variation der Werkzeugspuren der Handschnitzerei auf, während sie bei Reproduktionen aus der Werkstatt in der Regel mit mechanischer Gleichförmigkeit geschnitten wurden. Der Rand ist der Hauptgrund dafür, dass Yaure-Masken, die korrekt zugeschrieben werden, bei spezialisierten Sammlern einen höheren Preis erzielen als die gleichen Stücke, die unter einer allgemeinen Baule-Zuschreibung verkauft werden.