Nordnigerianischer Terrakotta-Horizont (regionales Zuordnungskonzept)
Eine breite archäologische Gruppierung, die die eisenzeitlichen figürlichen Traditionen aus gebranntem Ton in ganz Nordnigeria abdeckt und zu der Nok-, Yelwa- und Katsina-Sokoto-Waren gehören.
Der nordnigerianische Terrakotta-Horizont ist ein Interpretationsrahmen, der von Archäologen und Kunsthistorikern verwendet wird, um eine Gruppe von keramischen und figürlichen Traditionen aus der Eisenzeit zu beschreiben, die über Nord- und Zentralnigeria verteilt sind und gemeinsame technologische Merkmale aufweisen - spiralförmige oder modellierte Formen, die bei relativ niedrigen Temperaturen gebrannt wurden, Verwendung von lokal verfügbaren Tonen, die mit Sand oder organischem Material angelassen wurden -, sich aber in Stil, Chronologie und geografischer Ausdehnung unterscheiden. Nok ist das am besten dokumentierte Mitglied mit einer Datierung von ca. 500 v. Chr. bis 200 n. Chr. und einem umfangreichen stilistischen Korpus; Waren aus Yelwa, Katsina und der Sokoto-Region gehören zu späteren Phasen derselben umfassenden Tradition und sind weit weniger systematisch untersucht.
Das Konzept ist für Sammler von Bedeutung, da es verdeutlicht, warum eine sichere Zuordnung zu einem einzelnen Fundort häufig nicht möglich ist: Eine Terrakotta, die irgendwo in dieser großen Region hergestellt wurde, kann Oberflächen- und Stoffmerkmale mit Material aus mehreren Fundorten gemeinsam haben. Die Zuordnung zu "Jelwa" und nicht zur "nördlichen nigerianischen Eisenzeit" setzt daher eine Spezifität voraus, die nach dem gegenwärtigen Stand der archäologischen Kenntnisse nur selten möglich ist. Eine verantwortungsbewusste Katalogpraxis und die Zuschreibung in Auktionshäusern sollte diese Unsicherheit widerspiegeln, anstatt ohne Grabungsdokumentation eine Provenienz auf Standortebene zu behaupten.