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Notizen

Babanki / Kedjom Maske (Kamerun Grasfelder)

Dies ist ein hervorragendes Beispiel für eine Babanki (oder Kedjom) Maske aus den Kameruner Grasfeldern, die auf das späte 19. bis frühe 20. Jahrhundert (ca. 1880–1920) datiert wird.

Während die Chokwe-Maske (Bild 0003) Anmut und Trauer betont, repräsentiert diese Maske die "kraftvolle" und ausdrucksstarke Ästhetik, die für die Nordwestprovinz Kameruns typisch ist.

1. Das künstlerische Erbe der Babanki

Die Babanki sind historisch gesehen als einige der besten Schnitzmeister in der Grassfields-Region bekannt. In der Vergangenheit wurden sie oft von benachbarten Königreichen (wie den Kom oder Bamising) beauftragt, Prestigeobjekte für ihre Königspaläste anzufertigen.

2. Wichtige visuelle Merkmale

  • Das "Grinsen": Der weit geöffnete Mund, der ein vollständiges Gebiss offenbart, ist ein Markenzeichen der Grassfields-Kunst. In diesem kulturellen Kontext ist dieser Ausdruck nicht unbedingt ein "Lächeln" des Glücks; er steht für Vitalität, Gesundheit und Kraft. Es vermittelt die Energie eines lebenden Wesens oder eines aktiven Vorfahren.
  • Volumetrische Merkmale: Man beachte die vorgewölbten, mit Kapuze versehenen Augen und die geschwollenen Wangen. Dieser Stil erzeugt tiefe Schatten und hohe Lichter, wodurch die Maske aus der Ferne betrachtet während eines Tanzes sehr gut sichtbar und dramatisch wirkt.
  • Der Kopfschmuck: Die Ausstülpungen auf dem Scheitel stellen eine bestimmte Art von Prestigemütze (nshat) dar, die von Adeligen und Königen getragen wurde. Die kleinen, mandelförmigen Erhebungen können auch Kaurimuscheln darstellen, die historisch als Zahlungsmittel verwendet wurden und großen Reichtum und Status symbolisieren.
  • Die Patina: Die dunkle, tief in den Schnitzkerben verkrustete Oberfläche ist das Ergebnis jahrelanger ritueller "Fütterung" mit Palmöl und des Kontakts mit dem Ruß der Herdfeuer in den Gemeinschaftshäusern, in denen diese Masken aufbewahrt wurden. Im starken Kontrast dazu ist die Patina an erhabenen Partien wie Nasenrücken, Wangenknochen und Brauen durch jahrzehntelangen haptischen Kontakt abgerieben, wobei das Holz eine deutliche, natürliche Oxidation zeigt. Zusammen mit leichten Erosionsspuren und Bestoßungen an der spitz zulaufenden Kinnpartie belegen diese tiefgreifenden Alterungs- und Gebrauchsspuren ein beträchtliches Alter und stützen eine frühe Datierung in die Zeit zwischen 1880 und 1920.

3. Kultureller Kontext: Die Juju- und Geheimgesellschaften

In den kamerunischen Grasländern gehören Masken wie diese zu verschiedenen Geheimgesellschaften (wie den Juju oder Nko), die die Autorität des Königs (Fon) unterstützen.

  • Der Auftritt: Diese Maske gehörte zu einer großen Truppe von Maskenbildnern, die bei den Beerdigungen hochrangiger Männer oder bei jährlichen landwirtschaftlichen Festen auftraten.
  • Das Kostüm: Der Tänzer trug ein schweres Kostüm aus geschwärzten Bastfasern oder buntem Stoff und erschien als mächtiger, halbmenschlicher Geist, der das Dorf unterhalten und gleichzeitig die soziale Ordnung und geistige Disziplin durchsetzen sollte.

Zusammenfassung

Diese Babanki-Maske ist ein Prestigeobjekt. Ihre übertriebenen Merkmale - der breite Mund und die kunstvolle Kappe - sollen den Reichtum und den Einfluss der Familie oder Gesellschaft, die sie besitzt, zum Ausdruck bringen. Sie steht als Symbol für den robusten, energischen Geist, der die Kunst des kamerunischen Hochlands kennzeichnet.