IJO Head Crest Mask (auf Metra Socle)
Eine dichte, horizontale Ijo-Kopfmaske (19. Jh., 46 cm) aus Nigeria - eine aggressiv geometrische, kubistische Hybridisierung eines Menschen und eines Wassertieres, definiert durch markante, röhrenförmige Augen, eine geschwungene Stirn und eine blockige Schnauze, umhüllt von einer dicken, dunklen, krustigen, stark gealterten Opferpatina. Ausgestellt auf einem Metra-Sockel.
1. Aquatischer Kubismus aus dem Nigerdelta
Die Ijo (Ijaw) des Nigerdeltas produzieren Kunst, die grundlegend mit ihrer Flussumgebung verbunden ist.
- Aerodynamische Hybridisierung: Der Künstler kreuzt die Merkmale von Mensch und Fisch/Nilpferd zu einem schlanken, aerodynamischen Block, der horizontal auf dem Kopf getragen wird (mit Blick zum Himmel).
- Omnidirektionale Röhrenaugen: Die dramatisch hervorstehenden Röhrenaugen sind ein klassisches Ijo-Merkmal - sie repräsentieren die übernatürliche Rundumsicht, die erforderlich ist, um in den gefährlichen trüben Gewässern sowohl der physischen als auch der spirituellen Reiche zu navigieren.
2. Die Sekiapu-Gesellschaft und die Wassergeister
Diese Maske stellt einen owuamapu (Wassergeist) dar.
- Geister der Fische und Strömungen: In der Ijo-Kosmologie kontrollieren diese unberechenbaren Geister die Fischpopulationen, die Flussströmungen und den Reichtum, den der Seehandel bringt.
- Die Sekiapu (oder Ekine) veranstalten aufwendige mehrtägige Feste, bei denen Tänzerinnen und Tänzer, die diese schweren Wappen tragen, die stürmischen, dynamischen Bewegungen von Wasserlebewesen nachahmen - ein lebenswichtiger Gesellschaftsvertrag, der darauf abzielt, den gefährlichen owuamapu zu schmeicheln und sie zu unterhalten, damit sie Fischreichtum und Fruchtbarkeit schenken, anstatt Kanus zu kentern.
3. flussverkrustung im 19. Jahrhundert
Die Oberfläche ist ein spektakulärer Beleg für das Altertum des 19.
- Phänomenal dichte Kruste: Überzogen mit einer phänomenal dichten, dunklen, stark strukturierten Kruste - das Ergebnis jahrzehntelanger vorkolonialer ritueller Salbung mit Palmöl, Flussschlamm und Opfertierblut, das über den Kamm gegossen wurde, um den Wassergeist zu nähren.
- Wiederholbare Bindung: Die Art und Weise, wie dieses organische Material gehärtet, geknackt und mit dem darunter liegenden, tief oxidierten Holz verbunden ist, kann nicht künstlich nachgebildet werden.
Zusammenfassung
Diese Ijo-Wappenmaske ist eine wilde geometrische Manifestation der Wassergeister des Nigerdeltas und ein Triumph des aquatischen Kubismus. Ihr hohes Alter aus dem 19. Jahrhundert und die stark verkrustete Opferpatina machen sie zu einem ethnografischen Schatz von Museumsrang.

