ASANTE Akua'ba Fruchtbarkeitspuppe (Scheibenkopf, fehlt in Excel)
Diese beiden Holzpuppen zeigen die klassische ghanaische Fruchtbarkeitsästhetik; die eine hat den rechteckigen, flachen Kopf der Fante ohne Arme (Nr. 656), während die andere den klassischen runden, scheibenförmigen Kopf der Asante mit ausgestreckten horizontalen Armen aufweist (Nr. 660). Beide weisen glatte, bearbeitete Oberflächen mit deutlicher Oxidation auf.
1. Ästhetischer Stil und regionale Merkmale
Die Stücke lassen sich den Akua'ba (Fruchtbarkeitspuppen) des Akan-Volkes in Ghana zuordnen. Sie veranschaulichen die regionalen Variationen der Akan-Ästhetik. Die Asante-Version (Nr. 660) hat einen nahezu kreisrunden, flachen Kopf – der das traditionelle Ideal lunarer Schönheit und eines wohlgeformten Säuglings darstellt – über einem zylindrischen Körper mit ausgestreckten, kreuzförmigen Armen. Die Fante-Version (Nr. 656) hingegen zeigt eine noch weitergehende Abstraktion, indem sie einen hohen, rechteckigen Kopf verwendet und die Arme ganz weglässt, wodurch die menschliche Form auf ihren geometrischen Kern reduziert wird.
2. Rituelle Funktion und Geheimbundkontext
Bei diesen Puppen handelt es sich um intime, funktionelle Amulette, die von Frauen verwendet werden, die um ein Kind kämpfen. Nach einer Legende der Akan trug eine unfruchtbare Frau namens Akua eine Holzpuppe wie ein echtes Kind und brachte schließlich eine wunderschöne Tochter zur Welt; daher wurden sie als Akua'ba (Akuas Kind) bekannt. Eine Frau gibt eine Puppe bei einem Schnitzer in Auftrag, bringt sie zu einem Priester, um sie weihen zu lassen, und trägt sie dann in ihrem Umhang, badet und füttert sie täglich, um auf magische Weise eine erfolgreiche Schwangerschaft herbeizuführen und sicherzustellen, dass das Kind mit perfekt idealisierten Gesichtszügen geboren wird.
3. Physische Patina und Altersnachweis
Beide Puppen weisen eine ausgeprägte Reibungspatina auf, wie sie für traditionell verwendete Akua'ba typisch ist. Sie haben nicht die harte, gleichförmige Schuhcreme, die moderne Touristenkopien aufweisen. Stattdessen hat das Holz einen weichen, warmen Glanz, der an den zylindrischen Torsi und den Kanten der flachen Köpfe am stärksten ausgeprägt ist. Diese besondere Politur spricht für eine wiederholte Reibung an der Haut und der Kleidung der Mutter in Verbindung mit dem häufigen Auftragen von schützender Sheabutter.
Zusammenfassung
Diese nicht gelisteten Fante- und Asante Akua'ba-Figuren sind ausdrucksstarke Beispiele der geometrischen Abstraktion Westafrikas. Ihre kontrastierenden rechteckigen und kreisförmigen Kopfformen in Verbindung mit der tiefen Patina machen sie zu eindrucksvollen Zeugnissen mütterlicher Hingabe und Fruchtbarkeitsmagie.



