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LUBA/HEMBA Weibliches Kalebassen-Wünschelrutengefäß (Kabila, 27 cm)

Eine fein geschnitzte weibliche Halbfigur aus Holz mit klassischem, heiterem Gesicht und ausgeprägten Brüsten, die aus der Spitze eines natürlichen Kalebassenkürbisses herausragt. Die Basis der Figur ist von einem dicken Kragen aus Federn und gewebten Fasern umgeben, und das Holz trägt eine dunkle, rauchige Patina.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Dieses Objekt verbindet auf brillante Weise hohe bildhauerische Kunst mit natürlichen, funktionalen Materialien. Die wunderschön wiedergegebene weibliche Figur - mit der idealisierten, heiteren Schönheit und der komplizierten Frisur, die für die Luba- oder Hemba-Schnitzerei typisch ist - dient als Verschluss oder Brennpunkt der Kalebasse. Damit wird der weibliche Körper als ultimatives Gefäß des Lebens hervorgehoben, das die in der Kalebasse enthaltenen mächtigen Kräfte enthält und schützt. Die Luba/Hemba-Behandlung des weiblichen Gesichts betont durchweg eher Gelassenheit als Wachsamkeit und signalisiert eher eine Fürsprache- als eine Beschützerfunktion.

2. Rituelle Funktion und Verwendung für Weissagungen

In der Luba/Hemba-Gesellschaft waren Kalebassen mit geschnitzten Figuren (kabila) hochheilige Gefäße. Sie wurden von Bilumbu-Wahrsagern oder königlichen Medien verwendet, um mboko - heilige weiße Kaolin-Erde, Heilkräuter oder andere spirituell aufgeladene Substanzen - aufzubewahren. Während der Rituale griff der Wahrsager auf den Inhalt der Kalebasse zu und benutzte die weibliche Figur als spirituelles Medium, um mit den Ahnen und der Geisterwelt zu kommunizieren. Die Kalebasse selbst ist in ihrer Funktion wichtig - ihre organische Form ist ein wesentlicher Bestandteil der rituellen Identität des Objekts.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die Authentizität dieses Stücks wird durch seine komplexe Materialzusammensetzung unterstrichen. Der Kragen aus gealterten Federn und gewebten Fasern weist auf eine aktive rituelle Bekleidung und Ermächtigung hin. Darüber hinaus weist die Holzfigur eine dunkle, leicht verkrustete, rauchgeschwängerte Patina auf, die bestätigt, dass sie in den Dachsparren einer traditionellen Wohnung oder eines Schreinraums aufbewahrt wurde, wo sie über viele Jahrzehnte hinweg Herdfeuern und rituellem Rauch ausgesetzt war. Die kombinierte Patina des Holzes, der Kalebasse, der Federn und der Fasern dokumentiert die gleiche, mehrere Jahrzehnte währende Lebensdauer aller zusammengesetzten Elemente.

Zusammenfassung

Ein symbolträchtiges und wunderschön zusammengesetztes Luba/Hemba-Wahrsagegefäß, das die klassische idealisierte Schnitzerei mit der funktionalen Magie der Kalebasse verbindet. Der originale Federschmuck und die authentische Rauchpatina machen es zu einem außergewöhnlichen ethnografischen Artefakt.

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