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Notizen

VERE Messing Halskette mit Crotal Glocken und zentrale Kuppel (48 cm)

Diese komplexe Messingkette ist mit einer Reihe von gegossenen Crotal-Glocken, schweren gerippten Perlen und einem massiven, zentralen, kuppelartigen Anhänger, der von einem gewellten Rand eingerahmt ist, bestückt. Das Messing weist eine stark oxidierte, verdunkelte Patina mit lokalem grünen Grünspan auf.

1. Ästhetischer Stil und regionale Merkmale

Das Volk der Verre (oder Vere) aus der Region Adamawa im Nordosten Nigerias ist ein gefeierter, aber wenig dokumentierter Meister des Messinggusses. Diese Halskette zeigt ihre spezifischen stilistischen Merkmale: die Verwendung von schweren, gerippten, kugelförmigen Perlen und kleinen, funktionalen Crotal-Glocken (Glocken mit losen inneren Kügelchen). Die massive, schildförmige Kuppel in der Mitte, die mit einem präzisen Wellenrand verziert ist, dient als eindrucksvoller Blickpunkt und zeigt ihre Fähigkeit, große, dünnwandige und strukturell solide Messingobjekte im Wachsausschmelzverfahren zu gießen.

2. Rituelle Funktion und schamanische Klänge

In der Verre-Gesellschaft ist das Messinggießen eng mit höchst geheimen männlichen Initiationsgesellschaften und spezialisierten Regenmacherkulten verbunden. Mit Glocken bestückte Halsketten sind im Wesentlichen tragbare Musikinstrumente, die von Schamanen und Priestern verwendet werden. Man glaubte, dass das rhythmische Klirren der Messingperlen und das Läuten der Krotalglocken bei rituellen Tänzen die Geister der Ahnen herbeirufen, Trancezustände herbeiführen und den Himmel veranlassen würde, Regen für die landwirtschaftliche Fruchtbarkeit zu geben. Die akustische Identität der Halskette war für ihre Funktion ebenso wichtig wie ihre visuelle Identität.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die metallurgische Oberfläche dieses Stücks hat ein atemberaubend altes Aussehen. Die tiefe, geschwärzte Oxidation, die die Perlen und die zentrale Kuppel bedeckt, deutet darauf hin, dass das Stück in rauchigen Innenschreinen stark beansprucht und wahrscheinlich mit rituellen Trankopfern gesalbt wurde. Die Anhäufung von grünem Grünspan um die Aufhängelöcher und in den Schlitzen der Krotalglocken bestätigt die langfristige Aushärtung in einer feuchten Umgebung. Die Glocken sind auf älteren Fasern aufgereiht, so dass ihre genaue ethnografische Konfiguration erhalten blieb.

Zusammenfassung

Diese Halskette aus Verre-Messing, eine spektakuläre Synthese aus persönlichem Schmuck und schamanischem Instrumentarium, verkörpert die akustische und visuelle Kraft der nigerianischen Regenmacherkulte. Ihre stark oxidierte, unberührte Patina macht sie zu einem außergewöhnlich seltenen, musealen Beispiel der Metallurgie von Adamawa.

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