Ndonya (Makonde Lippenpflock)
Oberlippenpflock der Makonde-Frauen, auf weiblichen Masken als erhabene Scheibe über dem Mund wiedergegeben; ein Makonde-spezifisches Merkmal ohne Gegenstück bei den Nachbarvölkern.
Ndonya (auch ndona geschrieben) ist der Pflock aus Holz oder Ebenholz, den Makonde-Frauen in der durchbohrten Oberlippe trugen und der vom Mädchenalter an schrittweise vergrößert wurde, bis er als flache Scheibe abstand. Zusammen mit den dinembo-Tätowierungen und gefeilten Zähnen prägte er das Gesicht der erwachsenen Frau auf dem Mueda-Plateau und war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch verbreitet.
Auf Masken ist der Lippenpflock als erhabene Scheibe oder kurzer Zapfen über dem Mund weiblicher Figuren geschnitzt, mitunter kombiniert mit echtem Haar und applizierten Wachs-Tätowierungen. Das Merkmal ist spezifisch für die Makonde und kommt in der Maskerade der Makua, Yao oder Mwera nicht vor, weshalb es zu den wenigen Kennzeichen gehört, die ein Stück des Makonde-Komplexes den Makonde im engeren Sinn zuweisen lassen (Dias 1964–70; Kingdon 2002).
Verwandte Einträge
- Dinembo (Makonde Wachs-Tätowierungen)Erhabene Gesichts- und Körpertätowierungen der Makonde und ihrer Nachbarn am Rovuma, auf Masken als Tropfen und Stränge aus geschwärztem Bienenwachs auf das Holz aufgesetzt statt geschnitzt.
- Lipiko (Makonde Helm-Maske)Aus weichem *Ntene*-Holz geschnitzte Helmmaske der Makonde, die bei der *Mapiko*-Maskerade zur männlichen Initiation und bei Beerdigungen auf dem Schädel des Tänzers getragen wird; ein rituelles Objekt, keine kommerzielle Schnitzerei.