Dinembo (Makonde Wachs-Tätowierungen)
Erhabene Gesichts- und Körpertätowierungen der Makonde und ihrer Nachbarn am Rovuma, auf Masken als Tropfen und Stränge aus geschwärztem Bienenwachs auf das Holz aufgesetzt statt geschnitzt.
Dinembo sind die erhabenen Tätowierungsmuster, die Makonde-Männer und -Frauen auf dem Mueda-Plateau in Mosambik und in den angrenzenden Distrikten Südtansanias einst trugen. Die Haut wurde mit einer kleinen Klinge geritzt und mit pflanzlicher Kohle eingerieben, was dunkle, leicht erhabene Linien hinterließ; das Repertoire war geometrisch (Winkel, Zickzack, gerade Linien, Punkte) mit vereinzelten Tier- oder Pflanzenmotiven. Die Praxis endete Anfang der 1960er Jahre und lebt heute vor allem in den Gesichtern der ältesten Generation fort (Dias 1964–70; Krutak).
Auf Masken gaben die Schnitzer dinembo nicht durch Einschnitte ins Holz wieder, sondern durch dünne Stränge und Tropfen aus geschwärztem Bienenwachs, die auf die Oberfläche gesetzt wurden. Dieser applizierte Wachsschmuck ist eines der verlässlichsten Erkennungsmerkmale für Arbeiten des Makonde-Komplexes: Er wird leicht mit geschnitzter Skarifizierung oder, bei kleinen gepunkteten Stücken, mit Pockennarben verwechselt, und weil das Wachs mit dem Alter spröde wird, ist er oft teilweise verloren und hinterlässt nur schwache Schattenmuster im Pigment. Geschnitzte Skarifizierung in flachem Relief kommt ebenfalls vor, besonders auf jüngeren Helmmasken, sodass beide Techniken an einem Stück auftreten können (Kingdon 2002).
Verwandte Einträge
- Lipiko (Makonde Helm-Maske)Aus weichem *Ntene*-Holz geschnitzte Helmmaske der Makonde, die bei der *Mapiko*-Maskerade zur männlichen Initiation und bei Beerdigungen auf dem Schädel des Tänzers getragen wird; ein rituelles Objekt, keine kommerzielle Schnitzerei.
- Makonma (Makonde Gesichtsmaske)Gesichtsbedeckende Maske des Makonde-Komplexes, vor dem Kopf getragen im Gegensatz zur Helmmaske *lipiko*; häufiger auf tansanischer Seite und bei den Nachbarn Makua und Mwera.
- Ndonya (Makonde Lippenpflock)Oberlippenpflock der Makonde-Frauen, auf weiblichen Masken als erhabene Scheibe über dem Mund wiedergegeben; ein Makonde-spezifisches Merkmal ohne Gegenstück bei den Nachbarvölkern.