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Notizen

MARKA Mutterschaftsfigur

Eine zutiefst archaische hölzerne Mutterschaftsfigur (73 cm) aus den Marka von Mali, die in das 16. bis 18. Jahrhundert datiert wird – eine stilisierte Frau mit einem Kind, das fast organisch mit ihrem Rücken verschmolzen ist, mit strengen, langgestreckten Proportionen, einem kantigen, vorspringenden Profil und einer stark erodierten Oberfläche mit einer trockenen, verkrusteten Patina über degradierten geometrischen Schnitzereien.

1. Geometrische Abstraktion in der Nigerschleife

Das Volk der Marka (oder Dafing) ist kulturell und ästhetisch mit den benachbarten Bamana verwandt, doch ihre Skulpturen treiben die geometrische Abstraktion oft noch weiter auf die Spitze, wobei sich hier stilistische Einflüsse im Grenzbereich zu frühen Dogon- oder Tellem-Formen offenbaren.

  • Architektonischer Körper: Die langgestreckten Proportionen, der markante sagittale Scheitelkamm, die weit vorstehenden, konischen Brüste, die blockhaften Füße und die vereinfachten Volumina lassen die menschliche Form als reine Architektur erscheinen.
  • Archetypus statt Porträt: Die strenge Stilisierung entfernt den Naturalismus und konzentriert sich eher auf die wesentliche, archetypische Idee der Mutterschaft der Vorfahren als auf eine bestimmte Frau.

2. Fruchtbarkeit und Kontinuität der Abstammung

In der Gesellschaft der Marka sind die Mutterschaftsfiguren eher idealisierte Verkörperungen als Porträts.

  • Zentral für Initiationskulte: Figuren dieser Art verankern Vereinigungen wie die Jo-Gesellschaft, die um erfolgreiche Geburten, landwirtschaftlichen Reichtum und soziale Harmonie bittet.
  • Kind als Metapher: Das stark abstrahierte Kind, das auf dem Rücken getragen wird, ist eine visuelle Metapher für den Fortbestand der Gemeinschaft durch den Segen der Ahnen, nicht die Darstellung eines bestimmten Säuglings.

3. Extreme Verwitterung vom 16. bis 18. Jahrhundert

Das extreme Alter der Figur ist sofort an ihrem körperlichen Zustand und dem massiven Substanzverlust, wie den fehlenden Armen und den stark verschliffenen Gesichtszügen, erkennbar.

  • Tiefe strukturelle Oxidation: Ein derartiges westafrikanisches Überbleibsel aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zeigt eine natürliche Aufweichung der geometrischen Kanten und eine organische, ungezwungene Patina, die bei den harten Hölzern der Sahelzone meist nur über mehrere Jahrhunderte entsteht.
  • Generationen von Ritualen: Aufeinanderfolgende Libationen, klimatische Einflüsse oder eine temporäre Erdlagerung haben die Oberfläche in einer Weise geschichtet, die unmöglich zu fälschen ist – vergleichbare Skulpturen aus dem inneren Nigerdelta werden bei C14-Analysen regelmäßig in diese frühe Epoche datiert, was die profunde Degradation hier zu einem hochgeschätzten Indikator für eine unerschütterliche Herkunft macht.

Zusammenfassung

Diese zutiefst alte Marka-Mutterschaftsfigur ist eine Meisterklasse in alter sahelischer Abstraktion und Ahnenverehrung. Ihre tief erodierte Oberfläche aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und ihre eleganten geometrischen Linien erheben sie zu einer ethnografischen Rarität ersten Ranges.

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