BAMANA Altar-Figur (Büffelkuh)
Eine stark stilisierte hölzerne Büffelkuh (1. Hälfte 20. Jh., 68 cm) aus den Bamana von Mali - ausgeprägter Brusthöcker, massive, zurückgeschwungene Hörner, eingesetzte Metallaugen, das Holz trägt eine trockene, stark verwitterte, teilweise verkrustete Oberfläche mit hellen Oxidationsstellen.
1. Ikonographie des Buschbüffels
In der malischen Sahelzone ist der wilde Buschbüffel (sigui) eines der am meisten gefürchteten Tiere der Wildnis.
- Chaos und Macht: Der Büffel symbolisiert das rohe, ungezähmte nyama, das außerhalb der zivilisierten Dorfgrenzen existiert.
- Bestimmende Merkmale: Der massive Brustbuckel und die ausladenden, tödlichen Hörner sind die bestimmenden visuellen Merkmale - wenn man sie in Holz einfängt, entsteht ein beeindruckendes Gefäß für die rohe Kraft des Büffels.
2. Die Kore-Gesellschaft und die landwirtschaftliche Verehrung
Große zoomorphe Figuren wie diese wurden mit der Kore-Gesellschaft - der höchsten Stufe der Bamana-Initiation - oder mit lokalisierten landwirtschaftlichen Schreinen in Verbindung gebracht.
- Vermittler statt Boli: Im Gegensatz zum stark verkrusteten Boliw fungiert dieser geschnitzte Holzaltar eher als Vermittler denn als konzentrierte Kraftquelle.
- Zähmung des Busches: Wird bei jährlichen Pflanzfesten oder Initiationsriten verwendet, um die Geister des Busches zu besänftigen und ihre zerstörerischen Kräfte in landwirtschaftliche Fruchtbarkeit umzuwandeln.
3. Authentische Heiligtumsverwitterung
Die materielle Beschaffenheit erinnert an die ländlichen Ursprünge der malischen Schreine.
- Ausgelaugte Öle: Das Holz ist extrem trocken, die natürlichen Öle sind vollständig ausgelaugt und hinterlassen eine blasse, oxidierte Oberfläche.
- Lokalisierte Kruste: Erdige krustige Ablagerungen in den Vertiefungen um Hals, Hörner und Beine weisen auf periodische Flüssigkeitszufuhr hin - die allgemeine Austrocknung zeugt von jahrzehntelanger Exposition in einer trockenen Umgebung.
Zusammenfassung
Diese Bamana-Büffelaltarfigur, die die ungezähmte Kraft der Wildnis verkörpert, ist ein beeindruckendes Stück zoomorpher Schnitzkunst. Die starke sahelische Verwitterung und die kraftvolle archaische Geometrie machen sie zu einem höchst bedeutenden ethnografischen Artefakt.

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